Keine Wirkung einer Maßnahme ist sicher: Offen ist, wie groß sie ausfällt und ob sie überhaupt eintritt. Die Simulation rechnet die Debatte Tempolimit 130 deshalb 20.000-mal durch und zählt, wie oft das Tempolimit die richtige Entscheidung ist.
Einfacher Prototyp. Die Seite zeigt, wohin sich die Bewertungen auf Argupedia entwickeln sollen. Belastbare
Ergebnisse liefert sie nicht: Wie alles im Lab sind die Zahlen hier nicht aussagekräftig.
So rechnet die Simulation
Jedes Argument ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage. Es hat eine Spanne, wie groß seine Wirkung
ausfallen kann, und eine Wahrscheinlichkeit, dass sie überhaupt eintritt. Beides steht in der
Bewertung.
Eine Zukunft ist ein Durchgang. Für jedes Argument wird ausgelost, ob es eintritt und wo in seiner Spanne
es landet. Gewinne minus Verluste ergeben den Nettoeffekt dieser Zukunft.
20.000 Durchgänge ergeben eine Verteilung. Der Anteil der Zukünfte mit positivem Nettoeffekt ist die
Wahrscheinlichkeit, dass das Tempolimit die richtige Entscheidung ist, gemessen an den Annahmen der Bewertung.
LiveBesser für die Zukunft · 77 %Nettoeffekt im Mittel +14 Punkte
In welchen Zukünften das Tempolimit vorn liegt
100 von 20.000 durchgerechneten Zukünften
Jeder Punkt ist eine Zukunft, sortiert von der schlechtesten zur besten: grün, wenn das Tempolimit dort mehr
bringt als kostet, rot, wenn nicht. Rechts stehen alle 20.000 Zukünfte als Verteilung.
In 77 von 100 Zukünften ist das Tempolimit die richtige Entscheidung.
besser mit Tempolimit 130schlechter
Ein Klick auf einen Punkt zeigt diese Zukunft im Bild unten.
77 % der Zukünfte sprechen dafür20.000 Zukünfte durchgerechnet
−530+55
Nettoeffekt in Punkten, je durchgerechneter Zukunft. Links der Null steht Deutschland mit Tempolimit 130 schlechter da,
rechts besser.
Was mit Tempolimit 130 anders ist — pro Jahr, im Mittel 2027–2036
Im Mittel aller durchgerechneten Zukünfte
Was verloren gehtin Punkten
64,3 Mio Fahrzeugstunden mehr unterwegs
−11
tritt in 60 von 100 Zukünften ein
190 Mio € Mehrkosten im Dienstverkehr
−7,4
tritt in 60 von 100 Zukünften ein
3 Mio Fahrer verlieren Fahrfreude
−4,2
tritt sicher ein
50 Mio € weniger Wertschöpfung der Autoindustrie
−1,1
tritt in 15 von 100 Zukünften ein
20 Mio € für Kontrollen und Schilder
−0,8
tritt in 60 von 100 Zukünften ein
4 zusätzliche Verkehrstote auf Landstraßen60 zusätzliche Schwerverletzte auf Landstraßen
−0,6
tritt in 35 von 100 Zukünften ein
Was gewonnen wirdin Punkten
49 Verkehrstote weniger560 Schwerverletzte weniger
+14
tritt in 85 von 100 Zukünften ein
168 Mio € weniger Unfallfolgekosten
+7,6
tritt in 65 von 100 Zukünften ein
1,4 Mio t CO₂ weniger
+6,2
tritt in 60 von 100 Zukünften ein
7 Mio Fahrzeugstunden weniger im Unfallstau
+3,8
tritt in 70 von 100 Zukünften ein
410 Mio Liter weniger Kraftstoff für private Haushalte
+3,0
tritt in 60 von 100 Zukünften ein
55 Mio € weniger Staukosten für Betriebe
+1,9
tritt in 70 von 100 Zukünften ein
weniger Stickoxide und Feinstaub entlang der Autobahnen
+1,1
tritt in 60 von 100 Zukünften ein
etwas weniger Lärm an den freien Strecken, rund ein halbes Dezibel
+0,8
tritt in 50 von 100 Zukünften ein
Nettoeffekt im Mittel aller Zukünfte+14 Punkte
Woran die Entscheidung hängt
je Argument: unteres gegen oberes Ende seiner Spanne
Nicht jede Unsicherheit zählt gleich. Der Balken zeigt, wie weit sich die Wahrscheinlichkeit für die richtige
Entscheidung verschiebt, wenn ein Argument am unteren oder am oberen Ende seiner Spanne liegt. Je breiter der
Balken, desto mehr hängt die Entscheidung an diesem Argument, und desto mehr würde eine genauere Zahl hier helfen.
Wahrscheinlichkeit, dass das Tempolimit die richtige Entscheidung ist
ContraNettokosten des Dienstverkehrsentscheidet mit
67 %84 %
Am unteren Ende seiner Spanne 84 %, am oberen Ende 67 %.
ProWeniger Verkehrstote und Schwerverletzteentscheidet mit
68 %83 %
Am unteren Ende seiner Spanne 68 %, am oberen Ende 83 %.
ContraReisezeitverluste der Autobahnfahrerentscheidet mit
70 %83 %
Am unteren Ende seiner Spanne 83 %, am oberen Ende 70 %.
ProCO₂-Minderung im Verkehrssektor
74 %80 %
Am unteren Ende seiner Spanne 74 %, am oberen Ende 80 %.
ProVermiedene Unfallfolgekosten
73 %79 %
Am unteren Ende seiner Spanne 73 %, am oberen Ende 79 %.
ContraVerlust an Fahrautonomie und Fahrfreude
74 %80 %
Am unteren Ende seiner Spanne 80 %, am oberen Ende 74 %.
ProWeniger Geld für Kraftstoff
75 %79 %
Am unteren Ende seiner Spanne 75 %, am oberen Ende 79 %.
ContraAbsatzverluste der deutschen Autoindustrie
75 %79 %
Am unteren Ende seiner Spanne 79 %, am oberen Ende 75 %.
ProWeniger Stau durch weniger Unfälle
76 %78 %
Am unteren Ende seiner Spanne 76 %, am oberen Ende 78 %.
Weitere 5 Argumente bewegen die Wahrscheinlichkeit um weniger als 2 Prozentpunkte: Laufende Kontroll- und Umstellungskosten · Etwas weniger Lärm an den freien Strecken · Weniger Stickoxide und Feinstaub · Weniger Stau für Betriebe · Ausweichverkehr auf gefährlichere Landstraßen
0 10 30 70 90 100 %
Deutlich schlechter Schlechter Ausgeglichen Besser Deutlich besser jetzt
Wann die Debatte kippt
3 Entwicklungen, die mehrere Argumente zugleich verschieben
Jeder Regler steht für eine Entwicklung. Die Farbe darunter zeigt, wo die Bilanz bei diesem Wert landet. Alle Regler
wirken zusammen, auch mit den Zahlen weiter unten.
Die Mitte dessen, was Unfallstatistik und Projektionsbericht erwarten: rund 15 % weniger Unfallopfer ohne Limit und 22 % elektrische Fahrleistung im Mittel 2027–2036.
Unfälle sinken so schnell wie in den 2000er-Jahren (25 %), E-Autos setzen sich schneller durch (27 %), und alle halten sich ans Limit (82 Mio Fahrzeugstunden Zeitverlust).
Autos werden sicherer
Notbremsassistenten und andere Pflicht-Systeme senken die Zahl der Unfälle auch ohne Limit.
BesserAusgeglichen
Annahme der Bewertung (0 %)
0 %60 %
Kippt auf „Ausgeglichen“, wenn der Unfallrückgang ohne Limit 26 % erreicht.
Einordnung und Quellen
Mehr Autos fahren elektrisch
Fährt mehr Fahrleistung elektrisch, spart das Limit weniger Sprit, CO₂ und Abgase.
BesserAusgeglichen
Annahme der Bewertung (15 %)
0 %80 %
Kippt auf „Ausgeglichen“, wenn der E-Anteil 31 % erreicht.
Einordnung und Quellen
Das Limit kostet mehr Zeit
Bremsen die Fahrer stärker ab, als die Bundesanstalt für Straßenwesen annimmt, kostet das Limit mehr Zeit.
BesserAusgeglichen
Annahme der Bewertung (64,3)
Spanne der Bewertung
20,0130,0
Kippt auf „Ausgeglichen“, wenn der Zeitverlust 72,7 Mio Fahrzeugstunden im Jahr erreicht.
Kippt auf „Deutlich besser“, wenn der Zeitverlust auf 41,2 Mio Fahrzeugstunden im Jahr sinkt.
Einordnung und Quellen
Die Rechenwege zum Nachrechnen
6 Rechenwege, das wichtigste Argument zuerst
Jedes Argument hat einen Rechenweg. Wird eine Zahl geändert, rechnet sich die Kette neu, bis zur Wahrscheinlichkeit
oben auf der Seite. Felder mit derselben Größe hängen zusammen, auch mit den Reglern weiter oben.
Wie schwer Leben, Klima oder Zeit gegeneinander wiegen, ist eine Wertfrage: Die Gewichte lassen sich im
Werte-Shift einstellen, für alle Debatten zugleich. Die Umrechnungen dahinter, etwa für ein
Lebensjahr oder eine Tonne CO₂, bleiben fest und tragen hier ein Schloss.
Contra
Nettokosten des Dienstverkehrs
Größe dieses Arguments: 1,9 (wie auf der Argument-Karte)
Größe dieses Arguments: 1,56 (wie auf der Argument-Karte)
Rechenweg und Zahlen zeigenRechenweg ausblenden
Vermiedene Todesfälle24 % weniger Getötete auf freien Strecken — Mitte aus Modellmitte (28 %) und übertragener Feldschätzung (21 %), Spanne 25–80[4][5][17]49 × 35 Jahre
49 × 35 Jahre
1.715 Lebensjahre
+
Vermiedene Schwerverletzte18,5 % weniger, Spanne 260–890560 × 3 Jahre
560 × 3 Jahre
1.680 Lebensjahre
+
Vermiedene Leichtverletzte9 % weniger1.070 × 0,15 Jahre
1.070 × 0,15 Jahre
161 Lebensjahre
+
Leid der Angehörigennur bei Toten und Schwerverletzten[36][37](1.715 + 1.680) × 10 %
Gewichte und Anker stehen fest. Wie viel ein Lebensjahr, eine Tonne CO₂ oder eine Stunde Lebenszeit zählt,
steht wie in der Bewertung (Anker, Werte).
Die Eintrittswahrscheinlichkeiten stehen fest. Wie wahrscheinlich jedes Argument eintritt, ändert sich
hier nicht.
Die Verteilungen sind einfach. Innerhalb seiner Spanne ist jeder Wert eines Arguments gleich
wahrscheinlich, und die Argumente werden unabhängig voneinander gezogen. Nur wo zwei Argumente an derselben
Ursache hängen, treten sie gemeinsam ein oder gar nicht.
Eine einzige Debatte. Die Simulation zeigt bisher nur das Tempolimit 130, mit denselben 20.000 Zukünften wie
die Debattenseite. Ohne Änderung steht hier genau deren Bilanz.
Zwei Dinge sind Lab-Annahmen: welche Zahl im Rechenweg ein Regler bewegt und wie wahrscheinlich eine
Entwicklung ist. Beides gehört nicht zur Bewertung.
Wohin das führen soll
Jede Debatte soll so durchgerechnet werden können. Die Frage lautet dann nicht mehr, welche Seite mehr Punkte
sammelt, sondern wie sicher eine Entscheidung ist. Dazu gehört, welche offene Zahl diese Sicherheit am stärksten
verändern würde: Dort lohnt es sich, genauer hinzuschauen.