Entlastung an der Zapfsäule
Rund 2,2 Mrd € der Steuersenkung kommen von Oktober bis Dezember an der Zapfsäule an. Knapp zwei Drittel davon gehen an private Haushalte, knapp ein Drittel an Betriebe. 22 Prozent der Haushalte haben kein Auto und bekommen nichts; das ärmste Fünftel erhält rund ein Elftel der Haushaltsentlastung, die oberen zwei Fünftel fast die Hälfte.
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Wert
Der Strom ist Geld, das bei Autofahrern und Betrieben bleibt, weil Benzin und Diesel billiger werden. Getragen wird der Vorteil zu knapp zwei Dritteln von privaten Haushalten und zu knapp einem Drittel von Betrieben, vor allem aus Logistik und Handwerk [2][19]. Weil das Gut Geld ist, steht der Wert auf dem Anker gewöhnlicher Geldströme; wer das Geld bekommt, geht über das Gewicht in die Rechnung ein. Ein Euro bei einem Haushalt mit wenig Einkommen zählt mehr als bei einem mit viel Einkommen, beim reichsten Fünftel nur halb so viel wie im Mittel. Der Teil der Senkung, der in den Margen der Mineralölwirtschaft bleibt, steht nicht hier, sondern als eigenes Argument. Gebucht ist der Vorgang als Bewegung mit zwei Seiten: Das Zahlbein des Staates steht auf der Gegenseite, in die Bilanz geht nur ein, was unterwegs an Gewicht gewinnt oder verliert. Der Wert ist mittel: Es ist Geld, sein Gewicht steckt in der Rechnung.
Impact
Ohne die Senkung nimmt der Staat von Oktober bis Dezember 2,485 Mrd € mehr Energiesteuer und 293 Mio € mehr Umsatzsteuer ein, zusammen 2,78 Mrd € [2]. Wie viel davon an der Zapfsäule ankommt, ist für die Senkung im Mai und Juni 2026 gemessen: Das ifo-Institut fand im Vergleich mit Tankstellen im Ausland Ende Juni bei Benzin fast die volle Senkung, bei Diesel rund 73 Prozent [20], in den ersten drei Tagen beim Diesel nur 4 von 17 Cent [27]; die Markttransparenzstelle kam bei Diesel auf 82,6 und bei Benzin auf 77,8 Prozent [3], das RWI für 2022 bei Diesel auf 87 und bei Benzin auf 71 Prozent [4]. Die Messungen widersprechen sich also schon darin, welcher Kraftstoff schlechter weitergegeben wird. Angesetzt sind 80 Prozent, Spanne 65 bis 90 Prozent; das sind rund 2,22 Mrd €. Aus dem Verhältnis von Umsatz- zu Energiesteuer folgt, dass rund 62 Prozent der Menge und knapp zwei Drittel des Geldes an Käufer ohne Vorsteuerabzug gehen, vor allem private Haushalte [2]; der Rest geht an Betriebe, die die Umsatzsteuer erstattet bekommen. Weil darin auch öffentliche Stellen und Kleinunternehmer stecken, ist das eine Obergrenze für die Haushalte; die RWTH Aachen kommt für Haushalte allein auf rund 1 Mrd € im Quartal [5]. 22 Prozent der Haushalte haben kein Auto und erhalten nichts [22]. Bei den übrigen steigt die Entlastung mit dem Einkommen: im untersten Zehntel rund 3,20 € im Monat, in der oberen Hälfte rund 12,90 € [5]; das ärmste Fünftel erhält rund 9 Prozent der Haushaltsentlastung, das reichste rund 24 Prozent. Gewichtet nach Einkommen zählt der Haushaltsanteil damit nur wenig mehr als sein Nennwert, angesetzt ist das 1,04-Fache, Spanne 0,95 bis 1,12. Zusammen ergibt das 2,28 Mrd €, Spanne 1,66 bis 2,83 Mrd €. Der Impact ist der größte dieser Bilanz, wiegt aber kaum mehr als sein Gegenstück im Haushalt: Das Geld kommt breit an, überwiegend bei Haushalten der Mitte und oben sowie bei Unternehmen.
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| Steuermindereinnahmen Oktober bis Dezember Finanztableau der Beschlussempfehlung [2] | 2.485 Energiesteuer + 293 Umsatzsteuer | 2.778 Mio € | |
| × | an der Zapfsäule weitergegeben Mai/Juni 2026: ifo Ende Juni Benzin fast voll, Diesel 73 %; Markttransparenzstelle Diesel 82,6 / Benzin 77,8 %; 2022: RWI Diesel 87 / Benzin 71 %; Spanne 65–90 % [3][4][20][27] | 80 % | 2.222,4 Mio € |
| × | davon Haushalte, gewichtet Haushaltsanteil aus Umsatz- zu Energiesteuer; ärmstes Fünftel 9 %, reichstes 24 % der Haushaltsentlastung, Gewichte 2,5 bis 0,5; 22 % ohne Auto; Spanne 0,95–1,12 [2][5][22] | 66,1 % × 1,04 | 1.526,8 Mio € |
| + | davon Betriebe, gewichtet mit 1,0 Betriebe erhalten die Umsatzsteuer erstattet | 33,9 % | 754,3 Mio € |
| = | Empfängerbein Kunden, gewichtet (Spanne 1659–2833) | 2.281,1 Mio € | |
| ÷ | Normalised Impact Maßstab dieser Seite | 500 Mio € je Punkt | 4,56 |
Plausibilität
Der Steuerausfall steht in der Begründung des Gesetzes und folgt unmittelbar aus den gesenkten Sätzen [2]. Kontrafaktum sind die unveränderten Steuersätze und die Kraftstoffpreise ohne Senkung. Das Design ist definitorisch für den Betrag; für die Verteilung zwischen Kunden und Mineralölwirtschaft stützt sich die Rechnung auf drei Messungen: den quasi-experimentellen Vergleich deutscher mit ausländischen Tankstellenpreisen des ifo-Instituts für die Senkung im Mai und Juni 2026 [20][27], dieselbe Methode des RWI für 2022 [4] und die Kostenauswertung der Markttransparenzstelle [3]. Die eine Störgröße ist der Rohölpreis, der während der Senkung weiterläuft und eine unterlassene Weitergabe wie einen Preisanstieg aussehen lässt; der Vergleich mit Frankreich hält ihn fest, die Spanne von 65 bis 90 Prozent trägt den Rest. Eine Umkehrkausalität scheidet aus, die Steuersenkung geht den Preisen voraus. Das Gewicht der Haushalte beruht auf einer Modellrechnung mit Haushaltsdaten, nicht auf einer Messung, und steht deshalb als Spanne in der Rechnung [5]. Das gemeinsame Urteil über die 2,78 Mrd € gilt für beide Seiten der Bewegung. Dieses Argument trifft in etwa acht von zehn vergleichbaren Fällen in dieser Höhe zu. Die Plausibilität ist hoch: Der Betrag steht im Gesetz, und wohin er fließt, ist an zwei früheren Senkungen mehrfach gemessen.
Kontrafaktum: unveränderte Steuersätze. Design: definitorisch für den Betrag (Finanztableau [2]); Verteilung aus dem quasi-experimentellen Auslandsvergleich des ifo für Mai/Juni 2026 [20] und des RWI für 2022 [4], gestützt von der Kostenauswertung der Markttransparenzstelle [3]. Haushaltsanteil aus dem Tableau, Einkommensverteilung aus der RWTH-Mikrosimulation [5], Haushalte ohne Pkw aus der LWR [22]. Störgröße: Rohölpreis während der Senkung, gebucht in der Spanne 70–90 % Weitergabe. Richtung: keine Umkehrkausalität.