Gedeckelte Mieten für 240.000 Haushalte
Die Mieten von rund 240.000 Haushalten stiegen nach der Übernahme mit 1,0 % im Jahr statt mit 2,4 bis 3,4 %, und die Sprünge bei Neuvermietung entfielen. Je Jahr, in dem die Anstalt den Bestand hält, bleiben den Bewohnern rund 216 Mio. €; über den Zehnjahreszeitraum sind das im Mittel rund 108 Mio. € im Jahr, weil die Übernahme frühestens 2029 kommt und Gericht und Bund den Weg verschieben oder schließen können.
▸ Begründung & Quellen anzeigen ▾ Begründung & Quellen ausblenden
Wert
Der Strom ist Geld, das den Mieterhaushalten bleibt und dem Eigentümer des Bestands entgeht. Bewertet wird er zum Geldmaßstab, und was zählt, ist, wen er erreicht. Die Bewohner der Konzernbestände liegen im Schnitt unter dem Berliner Median-Haushaltsnettoeinkommen von 2.675 € im Monat [7]. Für einen Haushalt an dieser Grenze ist eine um 100 € niedrigere Monatsmiete der Unterschied zwischen einer Rücklage und keiner Rücklage. Der Strom greift keine Existenzgrundlage an: Wer die Erhöhung zahlt, verliert Spielraum, nicht die Wohnung. Der Verlust der Wohnung selbst ist ein eigener Strom und steht in einem eigenen Argument. Deshalb steht hier der Geldmaßstab, gewichtet nach der Einkommenslage derer, die ihn erhalten. Der Wert ist mittel: Es geht um Geld statt um Existenz, aber es erreicht Haushalte, für die dieses Geld spürbar ist.
Impact
In den Beständen der großen Wohnungsunternehmen leben rund 240.000 Haushalte auf durchschnittlich 61 m², zusammen 14,64 Mio. m² [4]. Bei 8,00 €/m² netto kalt — Vonovia weist für Berlin 8,17 €/m² aus [6] — sind das 1,405 Mrd. € Jahresmiete. Ohne die Maßnahme folgt die Bestandsmiete dem Mietspiegel, aus dem Vonovia zuletzt 2,4 bis 3,4 % im Jahr umgesetzt hat, im Mittel 2,7 % [6]; nach der Übernahme steigt sie im Grundmodell der Finanzierungsrechnung um 1,0 % [4]. Über acht mögliche Wirkjahre ab 2029 liegen die beiden Pfade im Mittel 8,3 % auseinander, das sind 117 Mio. € je Wirkjahr. Dazu kommt der Sprung bei Neuvermietung: Bei 5 % Fluktuation werden 12.000 Wohnungen im Jahr neu vermietet, ohne die Maßnahme im Mittel 2,50 €/m² über der Bestandsmiete (Spanne 1,35 bis 6,50 €: von Mietspiegel plus zehn Prozent bis zur mittleren Angebotsmiete im Bestand von 14,48 €/m² [7]); jeder Jahrgang trägt 22 Mio. €, im Mittel der Wirkjahre sind 4,5 Jahrgänge aufgelaufen, also 99 Mio. € je Wirkjahr. Zusammen bleiben den Bewohnern 216 Mio. € je Wirkjahr, mit einer Spanne von 110 bis 400 Mio. €. Wirksam wird das frühestens 2029, weil das Rahmengesetz erst 24 Monate nach seiner Verkündung gilt [2]; angesetzt sind fünf wirksame Jahre von zehn (Spanne null bis acht), weil Normenkontrolle und Bundes-Sperrgesetz den Beginn verschieben oder den Weg schließen können — im Zehnjahresmittel 108 Mio. € im Jahr. Ein Euro zählt bei diesen Haushalten mit 1,3, weil sie im Schnitt unter dem Berliner Median liegen. Der Impact ist mittel: viele Haushalte, aber die Ersparnis je Haushalt wächst erst über die Jahre, und ob die Anstalt den Bestand rechtzeitig übernimmt, ist offen.
▸ Rechenweg anzeigen ▾ Rechenweg ausblenden
| Wohnfläche der betroffenen Bestände Schwelle 3.000 Wohnungen je Unternehmen; mittlere Wohnungsgröße nach Rechnungshof [4] | 240.000 Wohnungen × 61 m² | 14,64 Mio m² | |
| × | Jahresnettokaltmiete heute Vonovia weist für Berlin 8,17 €/m² aus; die Finanzierungsrechnung rechnet mit 6,00 bis 8,00 € [4][6] | 8,00 €/m² × 12 Monate | 1.405 Mio € |
| × | Mietpfad-Differenz je Wirkjahr ohne Maßnahme 2,7 %/J aus dem Mietspiegel (Spanne 2,0–3,4), nach der Übernahme 1,0 %/J im Grundmodell [4][6] | 8,3 % — Mittel über acht Wirkjahre von (1,027^t − 1,010^t) | 117 Mio € |
| + | Entfallende Sprünge bei Neuvermietung je Wirkjahr Setzung: 5 % Fluktuation (Spanne 3–7 %) und 2,50 €/m² Sprung (Spanne 1,35–6,50: Mietspiegel + 10 % bis Angebotsmiete im Bestand 14,48 €/m²) [7] | 12.000 Wohnungen × 61 m² × 2,50 €/m² × 12 = 22 Mio € je Jahrgang × 4,5 aufgelaufene Jahrgänge | 99 Mio € |
| = | Ersparnis der Bewohner je Wirkjahr (Spanne 110–400) | 216 Mio € | |
| × | Wirksame Jahre im Zehnjahreszeitraum Setzung, Spanne 0–8: die Übernahme ist frühestens 2029 möglich, weil das Rahmengesetz erst 24 Monate nach Verkündung gilt — also höchstens acht Wirkjahre; Normenkontrolle und das angekündigte Bundes-Sperrgesetz können den Beginn um Jahre verschieben oder den Weg ganz schließen (der Mietendeckel fiel nach 14 Monaten); dieselbe Zahl auf allen Strömen beider Seiten [2] | 5 von 10 | 108 Mio € |
| × | Gewichtet nach Einkommen der Bewohner Setzung, Spanne 1,1–1,6: die Haushalte der Konzernbestände liegen im Schnitt unter dem Berliner Median — ihr Euro zählt hier mit 1,3; Empfängerbein des Transfers, das Geberbein (Anstalt, Gewicht 1) steht in con-1 [7] | 1,3 | 140,4 Mio € |
| ÷ | Normalised Impact Maßstab dieser Seite | 20 Mio € je Punkt | 7,02 |
Plausibilität
Dass ein Eigentümer die Miete seiner Wohnungen begrenzen kann, folgt aus der Eigentümerstellung; ein laufendes Beispiel sind die landeseigenen Gesellschaften, deren Bestandsmieten vertraglich auf 2,9 % pro Jahr begrenzt sind [3]. Offen ist, ob die Anstalt den Pfad von 1,0 % über Jahre hält: Dieselben Mieteinnahmen bedienen die Entschädigung, und die Finanzierungsrechnung erreicht den Pfad nur bei einer Entschädigung von 10 bis 17 Mrd. € [4][5]; fällt sie höher aus, muss entweder das Land zuschießen oder die Miete stärker steigen. Dazu kommt, dass ein späterer Senat die Mietregeln der Anstalt ändern kann. Kontrafaktum ist der Mietspiegelpfad der heutigen Eigentümer [6]; das Design ist eine Wirkungskette ohne gemessenen Fall, weil es keinen vergesellschafteten Bestand dieser Größe gibt; die Störgröße ist die Entschädigungshöhe, die außerhalb der Landespolitik entschieden wird, und sie steht als eigenes Argument auf der Gegenseite; eine Umkehrkausalität gibt es nicht. Wie stark die Mieten ohne die Maßnahme steigen und wie hoch der Sprung bei Neuvermietung ausfällt, ist eine Frage der Größe und steckt in der Spanne, nicht hier. In etwa sechs von zehn vergleichbaren Fällen hielte eine öffentliche Anstalt einen so niedrigen Mietpfad über den ganzen Zeitraum durch. Die Plausibilität ist mittel: Dass die Miete begrenzt werden kann, ist sicher; ob die Begrenzung bei knapper Finanzierung und wechselnden Mehrheiten Bestand hat, nicht.
Kontrafaktum: Mietspiegelpfad der heutigen Eigentümer, 2,4–3,4 %/J, plus Neuvermietungssprünge [6][7]. Design: mechanistisch — Übernahme → Mietsatzung der Anstalt → Pfad 1,0 %/J aus dem Grundmodell der Finanzierungsrechnung [4]; kein gemessener Fall dieser Größe; Stabilitätsbedingung: Kapitaldienst aus den Mieten tragbar (Entschädigung 10–17 Mrd €). Störgröße: Entschädigungshöhe, gerichtlich festgesetzt — steht als eigenes Argument (con-2), hier nur als Ob. Richtung: keine Umkehrkausalität. Größenzweifel (F0-Pfad, Fluktuation, Sprung) in der Spanne; Geltungsdauer als Setzung in I.