Leichte Dämpfung der Berliner Mieten
Rund 2.000 Wohnungen mehr im Bestand sind 0,1 % des Berliner Wohnungsbestands und senken die Angebotsmieten nach der Messung an den deutschen Baufertigstellungen um rund 2,9 %. Weil über zehn Jahre erst ein knappes Drittel der Mietverträge neu geschlossen wird, bleiben davon auf der gezahlten Mietsumme rund 0,93 %: bei 10,7 Mrd. € Nettokaltmiete rund 99 Mio. € im Jahr, die bei den Mieterhaushalten bleiben statt bei den Vermietern. Gemessen ist die Reaktionsstärke, nicht die Kette dorthin.
▸ Begründung & Quellen anzeigen ▾ Begründung & Quellen ausblenden
Wert
Der Strom ist Geld: Miete, die Mieterhaushalte nicht zahlen, weil das Angebot etwas größer ist. Er bleibt am allgemeinen Maßstab; das Gewicht trägt, wer ihn bekommt. Neu anmietende Haushalte in Berlin liegen überwiegend in den unteren drei Fünfteln der Einkommen, ihr Euro zählt hier mit 1,3 (Spanne: 1,1 bis 1,6) — aus dem Grenznutzen des Einkommens, nicht aus der Verwendung des Geldes. Was die Vermieter verlieren, steht mit deren Gewicht als eigenes Gegenargument. Der Wert ist mittel: Geld am allgemeinen Maßstab, gewichtet nach dem Einkommen der Empfänger.
Impact
Berlin hat rund 2,06 Millionen Wohnungen [7], und die Angebotsmieten liegen mit 15,78 €/m² gut doppelt so hoch wie die Bestandsmieten [6]. Wie stark zusätzliches Angebot dagegen wirkt, ist für Deutschland gemessen: Eine Auswertung aller Baufertigstellungen 2010 bis 2017 gegen die Inserate der drei größten Portale findet, dass ein Bestandszuwachs von 1 % die Angebotsmieten des Folgejahres um 29,8 % senkt (Standardfehler 10,5); die Quantilsregressionen derselben Arbeit zeigen, dass sich die ganze Mietverteilung verschiebt, nicht nur das teure Segment [11]. Der Bestandseffekt der Maßnahme ist klein: rund 2.000 Wohnungen mehr im Mittel des Zeitraums, aus dem ersten Argument, sind 0,097 % des Bestands — also 2,89 % niedrigere Angebotsmieten (Spanne: 1,87 bis 3,91 %). Gemessen sind damit Mieten in Inseraten, gezahlt wird aber auch in laufenden Verträgen: Rund 8 % der Mietverhältnisse enden im Jahr [12], über zehn Jahre sind im Mittel 32 % der Verträge seit Wirkungsbeginn neu geschlossen. Auf die gezahlte Mietsumme wirkt die Dämpfung deshalb nur mit 0,93 %. Die rund 1,7 Millionen Berliner Mieterhaushalte zahlen bei rund 7,50 € je Quadratmeter Nettokaltmiete und 70 Quadratmetern etwa 10,7 Mrd. € im Jahr (Spanne: 9 bis 12 Mrd. €); 0,93 % davon sind rund 99 Mio. € weniger Miete im Jahr, die bei den Mietern bleiben statt an die Vermieter zu gehen. Mit dem Gewicht der Mieterhaushalte sind das 129 Mio. €, auf der Karte 6,5 Punkte — gut das Fünffache dessen, was die umgewandelten Wohnungen selbst wiegen (1,2), und anders als dort steht die Gegenseite mit demselben Betrag in der Bilanz. Der Impact ist mittel: Der Betrag summiert sich über sehr viele Haushalte, je Haushalt sind es rund 60 € im Jahr.
▸ Rechenweg anzeigen ▾ Rechenweg ausblenden
Plausibilität
Die Reaktionsstärke ist keine Setzung aus fremden Märkten mehr: Sie ist an allen deutschen Baufertigstellungen kausal geschätzt, mit Regenschocks während der Bauphase als Instrument für verzögerte Fertigstellungen [11]. Zwei Dinge bleiben offen, und sie tragen die Zahl. Erstens identifiziert diese Schätzung einen temporären Angebotsschock, während hier ein dauerhafter Bestandszuwachs gebucht ist; über zehn Jahre dämpfen Zuzug und die Anpassung des übrigen Neubaus den Effekt. Zweitens ist die Kette davor — Förderung → Umbau → Bestand — für diese Maßnahme in keinem Glied gemessen. Das Mietniveau ohne die zusätzlichen Wohnungen ist nicht beobachtbar, die Störgröße ist der Zins- und Baukostenpfad, der den Berliner Neubau unabhängig von der Maßnahme bewegt, und die Richtung ist unstrittig: Mieten lösen die Förderung nicht aus. Der Beleg trägt deshalb die Reaktionsstärke, nicht die Kette: Die Zahl bleibt bei 3, und der Befund der offenen Kette bleibt stehen. Die Dämpfung tritt in etwa drei von zehn vergleichbaren Fällen in der angesetzten Größe ein. Die Plausibilität ist niedrig: Die Reaktion ist gemessen, der Weg dorthin nicht.
Kontrafaktum: Mietniveau ohne die 2.000 zusätzlichen Wohnungen — nicht beobachtbar, gerechnet über die gemessene Reaktion der Angebotsmieten. Design: Die Reaktionsstärke ist quasi-experimentell identifiziert (Regenschocks in der Bauphase als Instrument, Kleibergen-Paap F 16,1) [11]; die Kette Förderung → Umbau → Bestand ist für diese Maßnahme nur mechanistisch, und die Stufe der Karte richtet sich nach dem schwächsten Glied. Störgröße: Zins- und Baukostenpfad, nur in der Spanne. Richtung: keine Umkehrkausalität. Empfängerbein des Transfers Vermieter → Mieter, Geberbein con-5, gleiche Menge und gleiches P. Offen bleibt der Unterschied zwischen dem gemessenen temporären Schock und dem gebuchten dauerhaften Zuwachs.
Belegleiter: Die Reaktionsstärke ist für Deutschland gemessen [11], die Kette Förderung → Umbau → Bestand nicht, und der gemessene Schock ist temporär, der gebuchte Zuwachs dauerhaft; der Gegenmechanismus Zuzug bleibt unbeantwortet. Rückleseprobe: die Dämpfung tritt in etwa drei von zehn vergleichbaren Fällen in der angesetzten Größe ein.
Offen: Eine Messung der Kette Förderung → Umbau → Bestand für diese Maßnahme würde das schwächste Glied schließen und P auf 4,5 bis 5 heben; daneben stünde eine Langfristschätzung für einen dauerhaften statt temporären Bestandszuwachs.