Was das Land weniger zahlt
Was die Beschäftigten an Tariftreue verlieren, sparen das Land über niedrigere Angebotspreise und die Betriebe über ihre Margen: rund 16 Mio. € im Jahr, sobald die laufenden Verträge ausgelaufen sind. Es ist dasselbe Geld wie im ersten Contra-Argument, gebucht auf der Seite, die es behält.
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Wert
Gemessen wird ein Geldstrom, der beim Landeshaushalt und bei den Auftragnehmern ankommt — niedrigere Angebotspreise, wo der Wettbewerb die Lohnersparnis weitergibt, höhere Margen, wo er es nicht tut. Beides ist in diesem Rahmen gewöhnliches Geld: der Maßstab, an dem alles andere gemessen wird, nicht ein eigener Wert daneben. Ein Euro im Landeshaushalt und ein Euro in einer Betriebskasse zählen beide zum Nennwert; dass derselbe Euro bei den Beschäftigten schwerer wog, steht auf der Gegenseite und nicht hier. Eine höhere Einordnung wäre nicht zu rechtfertigen: Kein System und keine Existenz hängt daran, nur ein Betrag. Der Wert ist mittel: ein Geldstrom am allgemeinen Maßstab, zum Nennwert.
Impact
Der Posten ist das Gegenstück zum ersten Contra-Argument und trägt dasselbe Mengengerüst: 5 Mrd. € Vergabevolumen, davon 35 % Lohnsumme, davon 55 % in Betrieben ohne Tarifbindung [12], darauf der gemessene Lohnzuwachs von 3,65 % [8], abzüglich der 40 %, bei denen allgemeinverbindliche Branchentarife ohnehin gelten [13] — 21 Mio. € im Jahr, mit einer Spanne von 10 bis 35. Weil laufende Verträge ihre Tariftreueklausel bis zum Vertragsende behalten, baut sich die Ersparnis über rund drei Jahre auf: 7,5 der zehn bewerteten Jahre, also 15,8 Mio. € im Jahr. Wer sie behält, ist offen — die einzige Messung mit Kontrollgruppe findet keinen Kostenunterschied durch Lohnvorgaben, minus 0,001 bei einem Standardfehler von 0,04 [9], was dafür spricht, dass die Ersparnis eher bei den Betrieben bleibt als beim Land. Für die Höhe ist das gleichgültig: Landeshaushalt und Betriebe zählen beide zum Nennwert. Gebucht ist der Posten brutto, als eigenes Bein des Transfers; die Verrechnung mit dem Gewicht der Beschäftigten geschieht in der Bilanz, nicht in der Zahl. Der Impact ist sehr klein und der größte Posten der Pro-Seite.
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Plausibilität
Der Posten teilt seine Plausibilität mit dem ersten Contra-Argument, weil er dasselbe Ereignis beschreibt: Wenn die Löhne in Betrieben ohne Tarifbindung nach der Aufhebung sinken, spart die Zahlerseite genau diesen Betrag — und wenn sie nicht sinken, spart sie nichts. Die Grundlage ist deshalb dieselbe Auswertung: Betriebsdaten 2000 bis 2020, Kontrollgruppen in Bayern und Sachsen, gleichlaufende Vorentwicklung, ein Differenz-in-Differenzen-Vergleich für den Nahverkehr [8]; die Störgröße — Lohnentwicklung der Branche insgesamt — fängt die Kontrollgruppe ab, eine Umkehrkausalität ist nicht zu erkennen. Dass die Regel in Berlin bindet, zeigt die Kontrolle: Verstöße in 29 von 122 abgeschlossenen Prüffällen [6]. Wo die Ersparnis landet, sagt die Ohio-Auswertung: eher bei den Betrieben als in den Rechnungen des Landes [9]. Dass die Zahlerseite nach der Aufhebung tatsächlich weniger zahlt, trifft in etwa sechs von zehn vergleichbaren Fällen zu. Die Plausibilität ist mittel bis gehoben: ein sauber gemessener Effekt aus einer einzigen Branche, übertragen auf alle anderen.
Kontrafaktum: Betriebe in Bundesländern ohne Tariftreuegesetz (Bayern, Sachsen) [8]. Design: quasi_experimentell — Differenz-in-Differenzen mit gleichlaufender Vorentwicklung, Pyka 2025 [8]. Störgröße: die Lohnentwicklung der Branche insgesamt, durch die Kontrollgruppe abgefangen. Richtung: keine Umkehrkausalität (das Gesetz folgt nicht den Löhnen). Zahlbein des Transfers Beschäftigte → Land/Betriebe, Empfängerbein in con-1; dieselbe Menge, dasselbe P.