Weniger Getötete und Schwerverletzte an diesen Stellen
An angesetzt 600 Standorten an Hauptverkehrsstraßen gilt künftig 30 statt 50. Auf neun von zehn Jahren wirksam, sind das 0,6 vermiedene Getötete, 22 vermiedene Schwerverletzte und 120 Leichtverletzte im Jahr, dazu das Leid der Angehörigen — zusammen 114 gewonnene Lebensjahre. Weil 60 % des Berliner Netzes schon Tempo 30 hat, ist die Zahl der betroffenen Standorte klein.
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Wert
Der Strom besteht aus Todesfällen und schweren Verletzungen. Er steht auf der obersten Stufe der Werteskala, weil kein Geldbetrag einen Menschen ersetzt, der nicht mehr lebt, und weil eine schwere Verletzung ein Leben dauerhaft verändert. Besonders betroffen sind die verletzlichsten Gruppen: 17 der 37 Getöteten des Jahres 2025 waren zu Fuß unterwegs, 22 waren 65 Jahre oder älter [3]. Vor Kitas und Schulen kommen Kinder hinzu, die Geschwindigkeiten schlecht einschätzen können. Der Wert ist sehr hoch: Leben und dauerhafte Gesundheit.
Impact
Die Wirkung hängt daran, wie viele Standorte überhaupt betroffen sind, und das ist in Berlin weniger, als der Vorschlag vermuten lässt: Auf 60 % des Straßennetzes gilt Tempo 30 bereits, mehr als in jeder anderen deutschen Großstadt, und die Wohnstraßen, an denen die meisten der 2.871 Kitas und 797 Schulen liegen, gehören dazu [4][6][7]. Angesetzt sind deshalb rund 600 Standorte an Hauptverkehrsstraßen, an denen heute noch 50 gilt (Spanne 300 bis 1.000), mit je etwa 200 Metern, zusammen rund 120 Kilometer. Auf sie entfallen angesetzt 6 % der Berliner Unfallfolgen (Spanne 3 bis 10 %), also von 37 Getöteten, 1.840 Schwerverletzten und 15.128 Leichtverletzten des Jahres 2025 etwa 2,2, 110 und 908 [3]. Der Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Unfallschwere ist steil: Der Anhalteweg bei 30 ist gut halb so lang wie bei 50, und die Wucht des Aufpralls wächst überproportional. Gedämpft um unvollständige Befolgung — ein Schild ohne Überwachung senkt die gefahrene Geschwindigkeit um wenige Kilometer je Stunde, nicht um zwanzig — sind 30 % weniger Getötete (Spanne 15 bis 45), 22 % weniger Schwerverletzte und 15 % weniger Leichtverletzte angesetzt, also 0,67 Getötete, 24 Schwerverletzte und 136 Leichtverletzte im Jahr. Die Regel gilt nicht vom ersten Tag an und nicht sicher bis zum letzten: Angeordnet und beschildert wird über die ersten zwei Jahre der Wahlperiode, und ein späterer Senat kann Anordnungen zurücknehmen, wie 2025 bei 25 Abschnitten des Luftreinhalteplans geschehen [8]; angesetzt sind neun von zehn Jahren (Spanne 5 bis 10), auf beiden Seiten dieser Bewertung gleich. Bleiben 0,6 Getötete, 22 Schwerverletzte und 123 Leichtverletzte im Jahr. Für jeden Todesfall und jede schwere Verletzung ist zusätzlich ein Zehntel für das Leid der Angehörigen angesetzt, wie überall auf dieser Seite. In Lebensjahren gerechnet — 35 je Getötetem, 3 je Schwerverletztem, 0,15 je Leichtverletztem — sind das 114 gewonnene Jahre; das ergibt 0,91 auf der Skala dieser Seite, etwa so viel wie die Unfallfolgekosten im zweiten Argument und weniger als die private Zeit auf der Gegenseite. Der Impact ist sehr klein: eine gute halbe Person im Jahr, deren Leben davon abhängt.
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| Vermiedene Getötete 6 % der Berliner Unfallfolgen an 600 Abschnitten (Spanne 3–10 %), 30 % weniger Getötete (Spanne 15–45), auf 9 von 10 Jahren wirksam [3][8] | 37 × 6 % × 30 % × 0,9 | 21 Lebensjahre | |
| + | Vermiedene Schwerverletzte 22 % weniger Schwerverletzte [3] | 1.840 × 6 % × 22 % × 0,9 = 22 × 3 Jahre | 65,6 Lebensjahre |
| + | Vermiedene Leichtverletzte 15 % weniger Leichtverletzte [3] | 15.128 × 6 % × 15 % × 0,9 = 123 × 0,15 Jahre | 18,4 Lebensjahre |
| + | Leid der Angehörigen nur bei Getöteten und Schwerverletzten | (21 + 65,6) × 10 % | 8,7 Lebensjahre |
| = | Gewonnene Lebensjahre im Jahr | Spanne 57–170 | 113,7 Lebensjahre |
| × | Lebensjahr-Anker | × 40.000 € je Jahr | 4,55 Mio € |
| ÷ | Normalised Impact Maßstab dieser Seite | 5 Mio € je Punkt | 0,91 |
Plausibilität
Der zugrundeliegende Zusammenhang ist eine der am besten belegten Regelmäßigkeiten der Verkehrsforschung: Sinkt die mittlere Geschwindigkeit, sinkt die Zahl schwerer Unfälle überproportional. Unsicher ist nicht das Ob des Mechanismus, sondern ob an diesen 200-Meter-Abschnitten tatsächlich langsamer gefahren wird: Ein Schild ohne Überwachung senkt die tatsächliche Geschwindigkeit typischerweise nur um wenige Kilometer je Stunde; der Rückgang ist deshalb deutlich unter dem theoretischen Wert angesetzt, und wie weit er streut, steht in der Spanne, nicht hier. Hinzu kommt, dass ein Teil der Wirkung schon heute eintritt: Seit Oktober 2024 kann Berlin Tempo 30 vor Kitas und Schulen ohne Gefahrennachweis anordnen und tut es im Einzelfall [9]. Der Vorschlag ändert die Verwaltungspraxis, nicht das Recht. Gegenüber steht als Vergleich die Unfallbilanz der 600 Abschnitte ohne Anordnung; ein Vorher-Nachher-Vergleich für Berliner Hauptstraßen liegt für Unfälle nicht vor, nur für die Luft [5], die Kette Anordnung → gefahrenes Tempo → Aufprallwucht ist physikalisch geschlossen; die eine Störgröße ist die Befolgung ohne Kontrolle, die auf der Gegenseite dieselbe Menge Zeit trägt; umgekehrt kann die Unfallzahl die Anordnung nicht verursachen. Dass die Fahrer an diesen Stellen spürbar langsamer werden, trifft in etwa sechs von zehn vergleichbaren Fällen zu. Die Plausibilität ist mittel: sehr gut belegter Mechanismus, gesetzte Mengen, unvollständige Befolgung.
Kontrafaktum: die Unfallbilanz derselben 600 Abschnitte bei Tempo 50, aus dem Berliner Anteil 6 % gesetzt. Design: mechanistisch — Kette Anordnung → gefahrene Geschwindigkeit → Aufprallwucht; das Physik-Glied ist geschlossen, das Befolgungs-Glied ist für Berliner Hauptstraßen nicht gemessen. Störgröße: die Befolgung ohne Überwachung, die auf der Gegenseite die Zeitmenge trägt — gemeinsame Eintrittsfrage aller Wirkungsposten. Richtung: keine Umkehrkausalität, die Anordnung geht dem gefahrenen Tempo voraus.