Entlastung einer Behörde, die ihr eigenes Ziel verfehlt
Die Landespolizei stellte 2025 nur 373 statt 450 Kräfte ein, verliert rund ein Viertel der Auszubildenden und verzeichnet 13,4 Prozent mehr Gewaltopfer im Dienst. Bei rund 320 Abgängen gegen höchstens 250 geplante Einstellungen schrumpft der Vollzug zunächst weiter.
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Wert
Betroffen ist die Einsatzfähigkeit der Landespolizei als System. Wenn Kräfte überlastet sind, häufen sich Überstunden, steigt der Krankenstand und wächst die Zahl derer, die den Beruf verlassen. Das wirkt über den einzelnen Beamten hinaus auf die Präsenz in der Fläche und die Bearbeitungsdauer von Verfahren. Solche Systemwirkungen wiegen mehr als ein reiner Geldbetrag und weniger als Gesundheit. Der Wert ist mittel.
Impact
Bei rund 6.500 Vollzugsbeamten [28] und Vollkosten von rund 78.000 Euro je Stelle [25] entspricht ein Prozentpunkt weniger Krankenstand oder Fluktuation rund fünf Millionen Euro. Die Ausgangslage ist angespannt: 373 statt 450 Einstellungen bei rund 26 Prozent Abbrechern [23], rund 320 Abgänge im Jahr [24] und 2.220 Vollzugsbeamte als Opfer von Gewalt, 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr [16]. Angesetzt sind 0,6 Prozentpunkte Entlastung bei vollem Aufwuchs um 257 Stellen, also rund drei Millionen Euro im Jahr; der Ansatz ist bewusst zurückhaltend gewählt. Gerechnet wird durchgängig gegen das verbindliche Stellenziel des Haushalts, also 150 zusätzliche Vollzugs- und 107 weitere, überwiegend Verwaltungsäquivalente [3]. Weil Vollzugskräfte erst nach zweieinhalb bis drei Jahren Ausbildung im Dienst sind, zählen sie im Mittel der Wahlperiode zu 0,3, Verwaltungskräfte zu 0,6; jede Verwaltungskraft setzt gesetzt eine halbe Vollzugskraft frei, Band 0 bis 1. Das ergibt im Mittel rund 77 wirksame Vollzugsäquivalente, also 1,1 Prozent mehr als die 6.850 des Stellenziels. Mit 77 von 257 wirksamen Stellen bleiben im Mittel der Wahlperiode rund 0,9 Mio Euro im Jahr.
Plausibilität
Die Ausgangslage ist belegt und unstrittig: verfehltes Einstellungsziel und rund 26 Prozent Abbrecher [23], rund 320 Abgänge im Jahr [24], 13,4 Prozent mehr Gewaltopfer im Dienst [16]. Dass zusätzliche Kräfte die vorhandenen entlasten, folgt daraus unmittelbar; hier ist keine Kausalkette strittig. Gerechnet ist allein die Größe der Entlastung. Ein Umstand drückt sie deutlich: Die Anwärterbezüge sinken 2026 von 24,1 auf 19,0 Millionen Euro [3], und bei höchstens 250 geplanten Einstellungen gegen rund 320 Abgänge schrumpft der Vollzugsdienst zunächst weiter. Die Entlastung beginnt damit frühestens gegen Ende der Wahlperiode. Die Sicherheit ist mittel.