Aufnahmen als Beweismittel
Wo aufgezeichnet wird, gibt es nach einer Tat ein Bild. Angesetzt sind sieben Prozentpunkte mehr Aufklärung an den kbO; nach Abzug dessen, was die zwei Pilotorte ohnehin leisten, rund 1.060 Fälle im Jahr. Der Zuwachs hängt daran, dass die Aufnahmen auch ausgewertet werden.
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Wert
Der Strom betrifft die Durchsetzung von Recht: ob eine angezeigte Tat verfolgt wird oder im Sande verläuft. Das wirkt auf Betroffene, auf die künftige Bereitschaft anzuzeigen und auf das Vertrauen in die Verlässlichkeit staatlicher Verfolgung. Der Wert ist mittel bis hoch: Rechtsdurchsetzung als System.
Impact
Der praktisch unstrittige Teil der Debatte ist nicht die Abschreckung, sondern die Beweislage. Wo eine Kamera aufzeichnet, gibt es nach einer Tat ein Bild, und ein Bild verkürzt Ermittlungen, stützt Anklagen und entlastet Zeugen. Berlins Aufklärungsquote lag 2025 bei 44,9 % [5] — von zwei Straftaten bleibt gut eine ungeklärt. Bei den angesetzten 25.000 Straftaten an den sieben kbO und einer Erhöhung um sieben Prozentpunkte, mit einer Spanne von zwei bis fünfzehn, sind das 1.750 zusätzlich aufgeklärte Fälle im Jahr bei vollem Ausbau. Bewertet wird nur der Ausbau — 0,71 des Vollausbaus im Zehnjahreshorizont, weil fünf Orte ab 2028 dazukommen und die zwei Pilotorte erst nach 2030 zählen —, und die Geltungsdauer ist mit 0,85 angesetzt für den Fall, dass die maschinelle Auswertung vor Gericht nicht hält: rund 1.060 Fälle im Jahr. Bewertet sind sie mit 2.500 € je Fall, mit einer Spanne von 800 bis 6.000: Darin stecken Wiedergutmachung, die Wirkung auf den Täter und der Wert, den ein abgeschlossenes Verfahren für die Betroffenen hat. Das ergibt rund 2,6 Mio. € im Jahr. Der Impact ist sehr klein und der belastbarste Posten der Pro-Seite.
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Plausibilität
Dass Aufnahmen die Beweislage verbessern, bestreitet in der Debatte praktisch niemand; es ist der Grund, warum Ermittlungsbehörden Kameras wollen, und er ist von der Frage der Abschreckung unabhängig. Zwei Vorbehalte bleiben. Erstens ist die Höhe des Zuwachses in Berlin nicht erhoben; sieben Prozentpunkte sind eine Setzung. Zweitens hängt sie an der Auswertung: Aufnahmen, die niemand sichtet, klären nichts auf, und der Personalbedarf steht auf der Gegenseite. Das getestete System erkennt zudem Bewegungsmuster und keine Gesichter [1], was die Identifizierung erschwert. Kontrafaktum ist die Ermittlung ohne Aufnahme, wie sie heute an fünf der sieben Orte läuft; das Design ist mechanistisch — Aufnahme, Sichtung, Identifizierung —, ein Berliner Messwert für den Zuwachs fehlt; die eine Störgröße ist die Auswertung selbst, die Personal braucht und in der Spanne von zwei bis fünfzehn Prozentpunkten steckt; eine Umkehrkausalität gibt es nicht. Dass der Zuwachs eintritt, trifft in etwa jedem zweiten vergleichbaren Fall zu. Die Plausibilität ist mittel bis hoch: sicherer Mechanismus, gesetzte Höhe.
Kontrafaktum: Ermittlung ohne Aufnahme an den fünf Orten ohne Kameras. Design: mechanistisch — Aufnahme, Sichtung, Identifizierung; kein Berliner Messwert für den Zuwachs der Aufklärungsquote. Störgröße: die personelle Auswertung (Aufnahmen, die niemand sichtet, klären nichts), gebucht in der Spanne 2–15 Prozentpunkte. Richtung: keine Umkehrkausalität.