Erreichbarkeit im dünn besiedelten Norden
Zwei unabhängige Auswertungen finden dasselbe Muster: Schließungen im ländlichen Raum erhöhen die Sterblichkeit bei zeitkritischen Diagnosen, in Kalifornien um 8,7 Prozent [12], in Italien bei Herzinfarktpatienten um 10 Prozent [13]. Der Mechanismus ist in beiden Fällen die Fahrzeit [13]. Das Krankenhausgutachten des Landes beschreibt genau diese Lage für die Altmark: erweiterte Notfallversorgung nur in Stendal, Fahrzeiten zu Geburtsstationen teils 45 bis 60 Minuten [10].
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Wert
Bewertet ist die Sterblichkeit bei zeitkritischen Erkrankungen. Das ist die höchste Stufe des Registers. Ein Zuschlag für die betroffene Gruppe wird nicht angesetzt; dass die Bevölkerung im Landesnorden älter und schlechter erreichbar ist, geht über die Fallzahl und die verbleibenden Lebensjahre ein.
Impact
Im Landesnorden leben rund 200.000 Menschen. Bei etwa einem Prozent zeitkritischen Fällen im Jahr sind das rund 2.000 Fälle mit einer Sterblichkeit um 10 Prozent, also rund 200 Todesfälle. Ein Anstieg um 8,7 Prozent durch weitere Schließungen entspräche 17 zusätzlichen Todesfällen [12]. Bewertet sind die verbleibenden Lebensjahre: 17 Todesfälle mit je rund zehn Jahren, bei 40.000 Euro je Lebensjahr also 6,8 Mio Euro im Jahr. Der Zurechnungsanteil der Zusage ist mit 0,25 gesetzt, weil der neue Krankenhausplan noch aussteht [9]. Bleiben 1,7 Mio Euro im Jahr, ohne Zuschlag der Wert 0,0017.
Plausibilität
Zwei Auswertungen mit sauberem Vergleichsaufbau aus zwei Ländern stützen die Richtung [12][13]. Der Gegenbefund ist allerdings deutlich: Eine Übersicht über neun Studien findet nach Schließungen kleiner Häuser keinen signifikanten Anstieg der Gesamtsterblichkeit [29]. Der gemeinsame Nenner ist die Fahrzeit, weshalb das Argument für den Norden trägt und für den dichter besiedelten Süden nicht. Die Fallzahl und der Zurechnungsanteil sind gesetzt. Deshalb 3,5.