Ärztinnen und Ärzte, die es sonst nicht gäbe
Angesetzt sind 80 zusätzliche Anfängerplätze je Jahrgang — 33 davon aus der Rücknahme der für 2026 geplanten Kürzung. Aus jedem Jahrgang werden rund 70 verfügbare Ärztinnen und Ärzte, die je rund 30 Berufsjahre arbeiten. Gezählt werden fünf Jahrgänge der Wahlperiode mit ihrem ganzen Berufsleben, angesetzt mit zwei gesunden Lebensjahren je Arztjahr: rund 1.050 gewonnene Lebensjahre im Jahr, ein Normalised Impact von rund 4,2 — das Neunfache der Ausbildungskosten auf der Gegenseite und zwei Drittel des Honorars, das die neuen Ärztinnen und Ärzte über ihr Berufsleben kosten.
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Wert
Der Strom betrifft ärztliche Versorgung und damit unmittelbar Leben und Gesundheit. Er steht auf derselben Stufe wie die Verkehrssicherheit beim Tempolimit, und ein gewonnenes Lebensjahr zählt hier genauso viel wie dort, damit sich die beiden vergleichen lassen. Der Wert ist am höchsten: Leben und Gesundheit.
Impact
Der erste Schritt ist ungewöhnlich: Er besteht darin, etwas nicht zu tun. Die Charité plante für 2026, die Zahl der Studienanfänger in der Humanmedizin um 10 % zu senken — von 325 auf rund 292 [2]. Angesetzt sind deshalb 80 zusätzliche Anfängerplätze je Jahrgang, mit einer Spanne von 30 bis 200: rund 33 aus der Rücknahme dieser Kürzung, rund 47 aus einem echten Ausbau; der 100-Tage-Punkt nennt keine Zahl [1]. Von den Studienanfängern werden nach der Rechnung des Zentralinstituts 87,7 % zu verfügbaren Ärztinnen und Ärzten — Abbruch und Abwanderung sind darin abgezogen [9] —, also rund 70 je Jahrgang. Jede von ihnen arbeitet angesetzt 30 Vollzeit-Berufsjahre, mit einer Spanne von 20 bis 35: von der Approbation mit Mitte zwanzig bis zum Ruhestand, abzüglich Teilzeit und Ausstieg aus der Krankenversorgung; das sind rund 2.100 Arztjahre je Jahrgang. Gezählt werden die fünf Anfängerjahrgänge der Wahlperiode 2027 bis 2031 mit ihrem gesamten Berufsleben, auf die zwanzig Jahre des Bewertungszeitraums verteilt — so wie auf der Gegenseite die vollen Ausbildungskosten und das volle Honorar derselben Jahrgänge zählen. Was ein zusätzliches Arztjahr an Gesundheit erzeugt, ist eine Setzung: zwei gesunde Lebensjahre, mit einer Spanne von einem halben bis dreieinhalb. Zur Einordnung: Eine Auswertung über 3.142 US-Landkreise findet je zehn zusätzliche Hausärzte auf 100.000 Einwohner 51,5 Tage höhere Lebenserwartung [10], das entspricht rund 15 Lebensjahren je Arztjahr — in Landkreisen mit echter Unterversorgung. Berlin liegt mit 73 Hausärzten je 100.000 Einwohner in fast allen Bezirken bei oder über 100 % Versorgungsgrad [4], und die zusätzlichen Ärztinnen und Ärzte praktizieren zum größeren Teil dort, wo es schon viele gibt; deshalb ein Siebtel des US-Werts. Rund 1.050 gewonnene Lebensjahre im Jahr sind ein Normalised Impact von rund 4,2 — das Neunfache der Ausbildungskosten und zwei Drittel des Honorar-Postens auf der Gegenseite. Der Impact ist sehr klein und der größte Posten dieser Bewertung; er hängt an der Frage, wie viel ein zusätzlicher Arzt in einer gut versorgten Stadt bewirkt.
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Plausibilität
Dass zusätzliche Plätze besetzt werden, steht außer Frage: Bundesweit stehen 10.219 staatlichen Plätzen 32.966 Bewerbungen gegenüber, also 3,23 je Platz [6], und 87,7 % der Anfänger kommen als Ärztinnen und Ärzte im System an [9]. Offen sind zwei Dinge. Erstens, ob die Plätze überhaupt entstehen: Der 100-Tage-Punkt nennt weder Zahl noch Jahr noch Finanzierung [1], und die Änderungsverträge des Senats sehen für die Charité eine strukturelle Absenkung der Mittel bis 2028 vor [8] — diese Frage teilen sich alle Posten dieser Bewertung. Zweitens, ob ein zusätzlicher Arzt in einer Stadt mit Versorgungsgrad über 100 % messbar Gesundheit erzeugt. Gemessen ist der Zusammenhang zwischen Arztdichte und Sterblichkeit als Beobachtung über US-Landkreise mit Landkreis- und Jahreseffekten, ohne Vergleichsgruppe mit äußerer Zuteilung [10]; die Störgröße — wohlhabendere Landkreise ziehen Ärzte an und sind zugleich gesünder — ist dort nur über die zeitliche Veränderung innerhalb eines Landkreises behandelt, und eine umgekehrte Ursache (kranke Regionen ziehen Ärzte an) ist nicht ausgeschlossen. Für Deutschland gibt es keine vergleichbare Messung. Der Zeitpunkt der Wirkung ist hier keine Frage mehr: Gezählt wird das Berufsleben der Jahrgänge, nicht der Ausschnitt bis 2046; dass zwischen Studienbeginn und hausärztlicher Tätigkeit 12 bis 15 Jahre vergehen [3], verschiebt die Wirkung, sie entfällt dadurch nicht. Die Größe der Wirkung trägt die Spanne, nicht die Plausibilität. Das Argument trifft in etwa jedem zweiten vergleichbaren Fall zu. Die Plausibilität ist mittel: sicherer Mechanismus bis zur Approbation, beobachteter, aber nicht ursächlich belegter Gesundheitsertrag in einer gut versorgten Stadt.
Kontrafaktum: Berliner Versorgung mit der 2026 geplanten Anfängerzahl (292 statt 325) und ohne Ausbau. Design: assoziativ — Landkreis-Panel mit Landkreis- und Jahreseffekten (Basu u. a. 2019 [10]), keine exogene Variation der Arztdichte; der Schritt Platz → verfügbarer Arzt ist über die Zi-Konversionsrate 87,7 % [9] und den Bewerberüberhang [6] mechanistisch geschlossen. Störgröße: Einkommen und Gesundheit der Region ziehen Ärzte an — im Panel nur über die Veränderung innerhalb des Landkreises behandelt. Richtung: umgekehrte Ursache (kranke Regionen ziehen Ärzte an) nicht ausgeschlossen. Unsicherheit einmal gebucht: die Größe je Arztjahr (0,5–3,5 Lebensjahre) in i_spanne, die Ob-Frage (Plätze entstehen, Ertrag bei Versorgungsgrad ≥ 100 %) in P; Stufen-Deckel 5,5 bindet.