Kostenfreies Schulessen verbessert Ernährung, Lernen und spätere Einkommen
Rund 42.400 Kinder würden zusätzlich warm essen, weil der Preis wegfällt. Schweden hat für sein kostenloses Schulmittagessen 3 % höheres Lebenseinkommen gemessen, im ärmsten Viertel 6 % [10][11]; jedes Betriebsjahr baut davon ein Neuntel auf, 170 Mio € im Jahr. Der Übertrag hängt an Nährwertvorgaben, die Sachsen-Anhalt in 8 % seiner Schulen anwendet [9]; deshalb ist die Plausibilität niedrig angesetzt.
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Wert
Betroffen wären rund 42.000 Kinder, die heute wegen des Preises nicht mitessen, überproportional aus Familien mit wenig Geld. Was sich für sie ändert, ist eine warme Mahlzeit an jedem Schultag und, wenn sie den schwedischen Ergebnissen folgt, ein Schulweg, der etwas länger führt und ein Erwerbsleben, das etwas mehr trägt. Der Kanal ist derselbe wie bei allen Bildungsargumenten: Lernzuwachs und die Abschlüsse, die daran hängen. Bildungschancen zählen in dieser Bewertung zu den Gütern, die Lebenswege festlegen, und wiegen deshalb hoch.
Impact
Der Preis hält Kinder vom Mittagessen fern. Bundesweit nehmen 57 % der Grundschulkinder und 27 % der Kinder in der Sekundarstufe teil, und 20 % der armutsgefährdeten Haushalte verzichten ausdrücklich wegen der Kosten [9]. In England stieg die Teilnahme nach Einführung der Kostenfreiheit von 38 % auf 80 % [12]. Angesetzt sind 20 Prozentpunkte mehr (Spanne 10 bis 35), bei 211.854 Schülerinnen und Schülern [8] also rund 42.400 Kinder, die zusätzlich warm essen. Was das langfristig bedeutet, hat Schweden gemessen: Die gestaffelte Einführung des kostenlosen Schulmittagessens in 265 Gemeinden erhöhte das Lebenseinkommen der betroffenen Jahrgänge um 3 %, im ärmsten Viertel um 6 %, dazu 0,3 zusätzliche Schuljahre [10][11]. Bei den 1,5 Mio €, die ein Mensch in Deutschland im Durchschnitt über sein Erwerbsleben verdient — derselbe Wert für alle Kinder, nicht der niedrigere Verdienst des Landes [20][21] —, sind 3 % 45.000 € je Kind, für 42.400 Kinder 1,91 Mrd €. Dieser Wert gehört zu neun Schuljahren mit kostenlosem Essen; jedes Betriebsjahr baut ein Neuntel davon auf (Setzung: gleichmäßig über die Schulzeit, Spanne ein Zwölftel bis ein Sechstel), 212 Mio €. In vier von fünf Jahren der Wahlperiode sind das 170 Mio € je Jahr; gekürzt ist der Betrag nicht — ein später verdienter Euro zählt auf dieser Seite so viel wie ein heutiger. Der Impact ist groß: viele Kinder und eine Wirkung, die das ganze weitere Leben trägt — der zweitgrößte Posten der Bewertung.
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Plausibilität
Die schwedische Reform ist die stärkste Evidenz im Feld: 265 Gemeinden, 1,5 Mio Kinder, gestaffelte Einführung über zehn Jahre [10]. Ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt beim Doppelten von Head Start [11]. Kontrafaktum sind Jahrgänge derselben Gemeinden vor der Einführung und Gemeinden, die später einführten; das Design ist die gestaffelte Einführung, ausgewertet als Differenz-in-Differenzen über Gemeinden und Jahrgänge; die eine Störgröße — wohlhabendere Gemeinden führten früher ein — fangen Gemeinde- und Jahrgangs-Effekte ab; die Richtung ist gesichert, weil der Einführungszeitpunkt nicht am Einkommen der Kinder hing. Drei Dinge sprechen gegen die einfache Übertragung. Erstens war das schwedische Programm an gesetzliche Nährwertvorgaben gebunden; Sachsen-Anhalt setzt den Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in 8 % der Schulen um, dem niedrigsten Wert aller Länder [9]. Zweitens waren die schwedischen Jahrgänge der 1940er und 1950er Jahre deutlich schlechter ernährt als Kinder heute. Drittens findet die US-Auswertung keine Effekte auf Testergebnisse in der Gesamtstichprobe, wohl aber eine höhere Anwesenheit und weniger Übergewicht bei einkommensschwachen Familien [23]. Die britische Pilotauswertung misst zwei Monate zusätzlichen Lernfortschritt über zwei Jahre [13]. Was fehlt, ist also nicht der Nachweis, sondern der Übertrag: Das Glied, das die Menge trägt — 3 % Lebenseinkommen bei Kindern, die heute satt sind und ein Essen ohne Nährwertvorgabe bekommen —, hat mit der US-Auswertung einen Befund gegen sich. Die angesetzte Größe trifft in etwa jedem dritten vergleichbaren Fall zu. Die Plausibilität ist niedrig: Dass ein Effekt existiert, ist gut belegt; dass er in einem Land ohne Nährwertvorgaben diese Größe erreicht, deutlich weniger.
Kontrafaktum: Jahrgänge derselben Gemeinden vor der Einführung und Gemeinden mit späterer Einführung (Lundborg, Rooth & Alex-Petersen 2022 [10]). Design: quasi_experimentell — gestaffelte Einführung in 265 Gemeinden, Differenz-in-Differenzen über Gemeinden und Jahrgänge; Deckel 8,0, der Basis-Deckel 7 der Einzelstudie bindet. Störgröße: Einführungsreihenfolge nach Wohlstand der Gemeinden — über Gemeinde- und Jahrgangs-Fixeffekte behandelt. Richtung: Einführungszeitpunkt unabhängig vom Einkommen der Kinder, keine Selektion. Der Kontexttransfer (Nährwertvorgaben, Ernährungslage) ist externe Validität und steht als Befund im Band, nicht im Deckel.
Richtung gestützt (Schweden [10][11], britischer Pilot [13]); das mengentragende Glied — 3 % Lebenseinkommen bei heute satten Kindern ohne Nährwertvorgabe — hat mit der US-Auswertung [23] einen Befund gegen sich (keine Testeffekte in der Gesamtstichprobe). Gleicher Ergebnisbegriff: Lebenseinkommen bzw. Lernfortschritt der Kinder. Rückleseprobe: etwa jeder dritte Fall. Count-once: der Deckel 7 bepreist die Einzelstudie, das Band den Gegenbefund zum Übertrag.
Offen: Eine Kopplung der Kostenfreiheit an den DGE-Standard mit belegter Umsetzung würde P auf 5 heben; ein deutscher Befund zu Lern- oder Gesundheitseffekten kostenloser Schulverpflegung mit Kontrollgruppe auf 6.