Social Media ab 15

Kinder unter 13 sollen keine Konten in sozialen Netzwerken mehr bekommen, 13- und 14-Jährige nur eingeschränkte Konten unter Aufsicht der Eltern; wer ein neues Konto anlegt, muss sein Alter nachweisen, bestehende Konten prüfen die Anbieter anhand vorhandener Daten.

Die Europäische Kommission hat am 17.09.2026 den EU KIDS Act vorgeschlagen, eine Verordnung, die in Deutschland unmittelbar gelten würde. Kinder unter 13 Jahren dürfen danach keine Konten in sozialen Netzwerken haben. 13- und 14-Jährige bekommen nur eingeschränkte Konten, die ihre Eltern verwalten, mit höchstens einer Stunde Nutzung am Tag; eigene Konten gibt es ab 15. Wer ein neues Konto anlegt, muss sein Alter über ein zertifiziertes Prüfverfahren nachweisen, für das jeder Mitgliedstaat eine kostenlose Möglichkeit anbieten muss. Bestehende Konten prüfen die Anbieter anhand vorhandener Daten und fragen nur bei Zweifeln nach; eine bloße Altersschätzung genügt für soziale Netzwerke nicht. Für Minderjährige sind Profile standardmäßig privat, und die Kontaktaufnahme durch Fremde ist abgeschaltet. Verstöße können bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes kosten. Bundesfamilienministerin Karin Prien unterstützt die Grenzen und will im Oktober Eckpunkte für eine deutsche Übergangsregelung vorlegen; Europäisches Parlament und Rat müssen dem Vorschlag noch zustimmen. Bewertet werden die Altersgrenzen, der Altersnachweis und die abgeschaltete Kontaktaufnahme durch Fremde für Deutschland über zehn Jahre. Verglichen wird mit der heutigen Lage, in der die Anbieter offiziell erst ab 13 zulassen, das Alter aber nur per Selbstauskunft abfragen. Nicht bewertet sind die übrigen Designpflichten für 15- bis 17-Jährige sowie die Regeln für Online-Spiele, Chatbots und App-Stores.

Bilanz

Deutlich schlechter für die Zukunft · 10 %

Nettoeffekt −50 Punkte, in acht von zehn Fällen zwischen −97 und −0,5. Vorn in 10 % der Durchläufe.

Pro 11 · 36 % Contra 19 · 64 %
Größenklasse: sehr klein Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 20 Mio. € pro Jahr. Woran diese Bewertung hängt: am Wert, den Kinder dem gemeinsamen Verzicht beimessen, und an der Einbuße durch den Altersnachweis. Beides ist nicht für diesen Fall gemessen. Der Gewinn stammt aus einer Befragung von US-Studierenden und zählt nur dort, wo der ganze Freundeskreis verzichtet. Die Einbuße durch den Nachweis ist aus Befragungen abgeleitet, was Menschen für die Herausgabe persönlicher Daten verlangen. Gerechnet ist gegen die heutige Lage, in der die Anbieter offiziell erst ab 13 zulassen, das Alter aber nur abfragen. Die Pflichten zu sicheren Voreinstellungen für 15- bis 17-Jährige und die Regeln für Spiele und Chatbots sind nicht bewertet. Wie wir bewerten →

Pro-Argumente

Contra-Argumente

6 Argumente bewertet · Scoring v1.3 Δ absolut −8

Argumente — Pro

3 Argumente

Weniger psychische Erkrankungen

7von 100

Wer als Kind keine oder weniger Zeit in sozialen Netzwerken verbringt, erkrankt etwas seltener an Depressionen und Angststörungen, so zeigt es eine Studie zur Einführung von Facebook an US-Hochschulen. Angesetzt ist, dass die Altersgrenze nur bei einem Teil der Kinder tatsächlich greift, weil sie in Australien vielfach umgangen wird. Das wären im Jahr rund 940 Kinder weniger mit einer Depression und rund 3.700 weniger mit einer Angststörung.

Wert 10 · GesundheitImpact 1,7Plausibilität 4
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Wert

Der Strom besteht aus Krankheitsjahren von Kindern zwischen 8 und 14 Jahren, die an einer Depression oder einer Angststörung leiden. Beide Erkrankungen beeinträchtigen Schule, Freundschaften und Schlaf, und sie halten oft über Jahre an [14]. Wegen einer Angststörung wurden 2024 rund 21 von 1.000 Kindern zwischen 10 und 14 Jahren behandelt, wegen einer Depression rund 13 von 1.000 [14]. Gewichtet wird die verlorene gesunde Lebenszeit der Kinder, nicht die Behandlungskosten. Die Global-Burden-of-Disease-Studie setzt ein Jahr mit mittelschwerer Depression bei rund 40 % eines Jahres in voller Gesundheit als verloren an, ein Jahr mit mittelschwerer Angststörung bei rund 13 % [15]. Der Wert ist der höchste der Skala: Es geht um die seelische Gesundheit von Kindern.

Impact

Viele Kinder unter 13 nutzen soziale Netzwerke schon heute, obwohl die Anbieter offiziell erst ab 13 zulassen: TikTok nutzen 46 % der 10- und 11-Jährigen und 71 % der 12- und 13-Jährigen [8]. Bei rund 780.000 Kindern je Jahrgang [7] sind das rund 1,54 Mio Nutzer zwischen 8 und 12 Jahren. Dazu kommen rund 1,25 Mio 13- und 14-Jährige, die heute meist mehr als zwei Stunden am Tag in sozialen Netzwerken verbringen [9]; angesetzt ist, dass die Grenze von einer Stunde ihre Nutzung halbiert. Voll umgesetzt entspräche das 2,16 Mio Kindern ohne soziale Netzwerke. In Australien nutzten drei Monate nach dem Verbot noch 81 % der unter 16-Jährigen soziale Netzwerke, vorher 86 % [10]. Angesetzt ist deshalb, dass ein Viertel der beabsichtigten Wirkung eintritt (Spanne 6–50 %), also bei rund 540.000 Kindern. Nach der Facebook-Studie hebt der Zugang den Anteil schwerer Depressionen um 7 % und den Anteil von Angststörungen um 20 % [12][13]. Auf die behandelten Fälle bezogen und um die unbehandelten verdoppelt (Spanne einfach bis dreifach), sind das rund 940 Kinder weniger mit Depression und 3.700 weniger mit Angststörung im Jahr. Gewichtet mit der Schwere ergibt das rund 870 gesunde Lebensjahre im Jahr (Spanne 140–2.600). Der Impact ist klein: Die Wirkung je Kind ist spürbar, sie trifft aber nur die Kinder, bei denen die Grenze tatsächlich greift.

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1,54 Mio Kinder
Nutzer unter 13 (8 bis 12 Jahre)
+ 1,56 Mio × 80 % × 50 % Setzung: 80 % nutzen, die Stundengrenze halbiert mehr als zwei Stunden am Tag
2,16 Mio Kinder (voll gerechnet)
13- und 14-Jährige, Nutzung halbiert
× 25 % Setzung; Australien nach drei Monaten: Nutzung 86 % → 81 %
0,54 Mio Kinder
Befolgung (Spanne 6–50 %)
× (13,3 ‰ × 7/107 + 20,8 ‰ × 20/120) × 2 Behandlungsraten 10–14 Jahre, relative Wirkung aus der Facebook-Studie; Verdopplung für Unbehandelte ist Setzung, Spanne 1–3
4.680 Kinder
Erkrankte Kinder weniger im Jahr (Spanne ÷2 bis ×1,5)
× 940 × 0,396 + 3.740 × 0,133 Gewichte für mittelschwere Depression und Angststörung
870 gesunde Lebensjahre
Gewichtet mit der Schwere
× 40.000 €
34,8 Mio €
Lebensjahr
÷ 20 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
1,74
Normalised Impact
Score 1,74 Impact × 10 Wert × 4 Plausibilität ÷ 10 = 7 von 100

Plausibilität

Die tragende Studie wertet die schrittweise Einführung von Facebook an US-Hochschulen zwischen 2004 und 2006 aus [12]. Kontrafaktum sind Hochschulen, an denen Facebook zum selben Zeitpunkt noch nicht verfügbar war; das Design ist quasi-experimentell, ein Vorher-nachher-Vergleich zwischen früh und spät erschlossenen Hochschulen. Die wichtigste Störgröße wären Hochschulen, an denen sich die psychische Lage ohnehin verschlechterte; der gestaffelte Start, den Facebook selbst festlegte, trennt das von der Wirkung. Eine Umkehrrichtung scheidet aus, weil nicht die Studierenden den Zeitpunkt wählten. Gegen die Übertragung spricht, dass Studierende von 2005 keine Kinder von 2027 sind und Facebook kein TikTok ist. Gewichtiger ist ein Gegenbefund: Eine Meta-Analyse über 27 Experimente, in denen Menschen ihre Nutzung einschränkten, findet keinen gesicherten Effekt auf die psychische Gesundheit [16]. Dass die Wirkung in dieser Größe eintritt, trifft in etwa vier von zehn vergleichbaren Fällen zu. Die Plausibilität ist mittel bis niedrig: Die Richtung ist gut gestützt, die Größe der Wirkung bestreitet ein Teil der Forschung.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5 identifikation: Quasi-experimentell · Stufen-Deckel 8 befundband: Tragendes Glied bestritten · P 3,5–4

Kontrafaktum: Hochschulen ohne Facebook-Zugang zum selben Zeitpunkt [12]. Design: quasi_experimentell — Differenz-in-Differenzen über den gestaffelten Start 2004–2006 (Braghieri, Levy, Makarin 2022, AER). Störgröße: hochschulspezifische Trends der psychischen Gesundheit, behandelt durch den vom Anbieter bestimmten Startzeitpunkt. Richtung: keine Selektion in die Behandlung, der Zeitpunkt lag nicht bei den Studierenden. Der Deckel bindet über den Streitstand (umstritten, ≤ 5,0) mit Kontexttransfer auf Kinder 2027; die Befolgung steht in der Spanne (8–50 %), nicht in P (doppelbuchung_vermieden).

Richtung gestützt (Braghieri et al. 2022), das mengentragende Glied — Wirkung je Kind ohne soziale Netzwerke — hat einen Befund gegen sich: Ferguson 2024, 27 Experimente, d = 0,088, nicht signifikant [16]. Gleicher Ergebnisbegriff: psychische Gesundheit und Wohlbefinden. Ledger: der Gegenbefund steht nicht als eigenes Argument der Gegenseite. Rückleseprobe: trifft in etwa vier von zehn vergleichbaren Fällen zu.

Offen: Eine Auswertung der australischen Altersgrenze mit Gesundheitsdaten der betroffenen Jahrgänge gegen ältere Jahrgänge würde P bis etwa 6,0 heben.

Weniger Gruppendruck

3,1von 100

Viele Jugendliche nutzen soziale Netzwerke vor allem, weil alle anderen es tun. In einer Studie mit US-Studierenden hätte die Mehrheit sogar dafür bezahlt, dass TikTok und Instagram für alle abgeschaltet werden. Dieser Gewinn entsteht aber nur, wenn der ganze Freundeskreis verzichtet; wer allein draußen bleibt, verliert nach derselben Studie. Gezählt ist der Gewinn deshalb nur dort, wo die Grenze für die ganze Gruppe greift.

Wert 5 · Erlebniswert & TeilhabeImpact 1,6Plausibilität 4
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Wert

Der Strom ist der Nutzen, den Kinder selbst aus sozialen Netzwerken ziehen oder durch sie verlieren: Unterhaltung, Kontakt zu Freunden und die Sorge, etwas zu verpassen. Die Erkrankungen stehen in einem eigenen Argument und sind hier nicht enthalten. Ein großer Teil dieses Nutzens hängt an den anderen: Nutzer schätzen ein Netzwerk um rund ein Drittel weniger, wenn ihre Freunde es verlassen [18]. Das Gut liegt deshalb zwischen dem Erlebniswert einer frei gewählten Freizeitbeschäftigung und der sozialen Zugehörigkeit. Es liegt näher am Erlebniswert, weil der Kontakt über Messenger, Schule und Verein erhalten bleibt. Der Wert ist mittel: Es geht um Freizeit und Zugehörigkeit, nicht um Existenz oder Gesundheit.

Impact

In der Studie verlangten Studierende im Mittel 59 US-Dollar dafür, TikTok vier Wochen lang allein nicht zu nutzen, und 47 US-Dollar bei Instagram [18]. Sollten dagegen alle an ihrer Hochschule gleichzeitig verzichten, hätten sie im Mittel 28 US-Dollar (TikTok) und 10 US-Dollar (Instagram) dafür gezahlt [17][18]. Ohne das Netzwerk besser gestellt wären 64 % der TikTok- und 48 % der Instagram-Nutzer, die übrigen schlechter; gerechnet ist mit dem Mittel über alle, der Verlust der übrigen ist damit abgezogen. Angesetzt ist der Mittelwert beider Netzwerke, 19 US-Dollar je vier Wochen, im Jahr rund 229 Euro je Kind (Spanne 120–340 Euro). Die Grenze greift wie im Gesundheitsargument bei rund 540.000 Kindern [10]. Den Gewinn des gemeinsamen Verzichts haben davon nur die, deren Freundeskreis ebenfalls draußen bleibt; angesetzt ist dafür dieselbe Befolgung von einem Viertel (Spanne 6–50 %). Das sind rund 31 Mio Euro im Jahr, so bewertet, als erhielte jedes dieser Kinder rund 229 Euro. Nicht gegengerechnet ist, dass Kinder, die allein ausgeschlossen werden, nach derselben Studie einen Ausgleich verlangen würden; der Ansatz ist deshalb eher günstig. Der Impact ist klein: Der Gewinn je Kind ist mäßig und fällt nur dort an, wo der ganze Freundeskreis verzichtet.

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19 $ je vier Wochen
Mittlerer Gewinn, wenn alle verzichten
× 13 × 19 $ ÷ 1,08 $ je € 13 Vier-Wochen-Zeiträume; Kurs ist Setzung
229 € je Kind und Jahr
Aufs Jahr (Spanne 120–340 €)
× 540.000 wie im Gesundheitsargument hergeleitet
123,7 Mio €
Kinder, bei denen die Grenze greift
× 25 % Gewinn nur beim gemeinsamen Verzicht; Setzung: dieselbe Befolgung wie oben
30,9 Mio €
Davon mit verzichtendem Freundeskreis (Spanne 6–50 %)
× 1
30,9 Mio €
Gewichtet: Realstrom, Gewicht 1
÷ 20 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
1,55
Normalised Impact
Score 1,55 Impact × 5 Wert × 4 Plausibilität ÷ 10 = 3,1 von 100

Plausibilität

Die tragende Studie hat rund 850 Studierende in den USA, davon gut 500 aktive Nutzer, nach dem Wert von TikTok und Instagram gefragt, einmal für den eigenen Verzicht und einmal für den Verzicht aller [17]. Kontrafaktum ist der Wert des Netzwerks, wenn die anderen es weiter nutzen; das Design ist kontrolliert: dieselben Personen bewerten beide Lagen, ohne dass eine davon zufällig eingetreten wäre. Die Störgröße ist, dass sich der gemeinsame Verzicht nicht ausprobieren ließ und seine Bewertung eine Einschätzung bleibt. Eine Umkehrrichtung scheidet aus, weil nicht die Nutzung gemessen wird, sondern ihr Wert. Gegen die Übertragung spricht, dass Kinder zwischen 8 und 14 Jahren keine Studierenden sind; ob sie den Gruppendruck stärker oder schwächer spüren, ist nicht untersucht. Ein kleiner Teil des Gewinns kann dieselbe Stimmung sein, die im Gesundheitsargument als Krankheit zählt. Dass dieser Gewinn in dieser Größe eintritt, trifft in etwa vier von zehn vergleichbaren Fällen zu. Die Plausibilität ist mittel bis niedrig: Eine sorgfältige Studie trägt die Richtung, die Bewertung bleibt hypothetisch und die Übertragung auf Kinder ungeprüft.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5 identifikation: Kontrolliert · Stufen-Deckel 7

Kontrafaktum: Wert des Netzwerks bei unveränderter Nutzung der anderen [17]. Design: kontrolliert — Bewertung beider Lagen durch dieselben Personen (Bursztyn, Handel, Jiménez-Durán, Roth 2025, AER), keine exogene Variation der Lage. Störgröße: der gemeinsame Verzicht ist nicht beobachtet, seine Bewertung bleibt Erwartung. Richtung: keine Umkehrkausalität, gemessen ist die Bewertung. Deckel 7,0 minus 2,0 Kontexttransfer (US-Studierende → Kinder 8–14 in Deutschland) = 5,0. Netting: net — der Verlust der Nutzer mit positivem Wert ist im Mittel enthalten, kein eigenes Contra.

Offen: Eine Wiederholung der Befragung mit Schülerinnen und Schülern zwischen 12 und 15 Jahren in Deutschland würde P bis etwa 6,5 heben.

Weniger Kontaktversuche durch Fremde

1,1von 100

19 % der 8- bis 17-Jährigen haben schon einmal Cybergrooming erlebt, also von Erwachsenen, die im Netz sexuelle Kontakte zu Kindern anbahnen. Der Vorschlag schaltet für alle Minderjährigen die Kontaktaufnahme durch Fremde ab und hält Kinder unter 13 von sozialen Netzwerken fern. In Australien sind die Beschwerden über Mobbing und bildbasierten Missbrauch nach drei Monaten Altersgrenze allerdings nicht erkennbar zurückgegangen.

Wert 9 · Schutz vor KriminalitätImpact 0,6Plausibilität 2
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Wert

Der Strom sind belastende und gefährliche Kontakte Erwachsener zu Kindern im Netz, von sexuellen Anspielungen bis zur Anbahnung eines Treffens [19]. Betroffen ist die seelische und körperliche Unversehrtheit der Kinder. Rund 70 % der Kinder brechen solche Kontakte ab oder blockieren den Absender [19]. Die meisten Fälle bleiben damit Belästigung, ein kleiner Teil führt zu Missbrauch. Der Wert liegt deshalb eine Stufe unter Leben und Gesundheit. Der Wert ist hoch: Es geht um den Schutz von Kindern vor sexueller Belästigung und Missbrauch.

Impact

19 % der 8- bis 17-Jährigen waren nach der Befragung 2026 schon einmal von Cybergrooming betroffen, 2025 waren es 24 % [19]. Bei rund 7,8 Mio Kindern und Jugendlichen dieser Jahrgänge [7] sind das rund 1,48 Mio; angesetzt ist ein Drittel davon je Jahr (Spanne ein Fünftel bis die Hälfte), rund 494.000. Angesetzt ist, dass Altersgrenze und abgeschaltete Kontaktaufnahme 30 % dieser Erfahrungen verhindern (Spanne 10–50 %). Die Spanne ist breit, weil viele Kontakte in Online-Spielen und Messengern stattfinden, deren Regeln hier nicht bewertet sind [19]. Das sind rund 148.000 Kinder weniger mit einer solchen Erfahrung im Jahr. Je Erfahrung ist eine Belastung angesetzt, die rund 0,7 Tagen in voller Gesundheit entspricht (Spanne 0,2–3,7 Tage), weil die meisten Kontakte abgebrochen werden. Zusammen sind das rund 300 gesunde Lebensjahre im Jahr (Spanne 15–3.700). Der Impact ist klein: Die Zahl der Betroffenen ist groß, die angesetzte Belastung je Fall bewusst niedrig.

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7,8 Mio
Kinder und Jugendliche 8–17 Jahre
[7]
× 19 % Befragung 2026, Lebenszeit-Anteil
1,48 Mio
Schon einmal von Cybergrooming betroffen
× ⅓ Setzung: Lebenszeit-Anteil auf ein Jahr umgelegt
494.000 Kinder
Davon je Jahr (Spanne ⅕–½)
× 30 % Setzung; viele Kontakte in Spielen und Messengern
148.200 Kinder
Verhindert (Spanne 10–50 %)
× 0,002 Lebensjahre Setzung: rund 0,7 Tage in voller Gesundheit, die meisten Kontakte werden abgebrochen
296 gesunde Lebensjahre
Belastung je Erfahrung (Spanne 0,0005–0,01)
× 40.000 €
11,86 Mio €
Lebensjahr
÷ 20 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
0,6
Normalised Impact
Score 0,6 Impact × 9 Wert × 2 Plausibilität ÷ 10 = 1,1 von 100

Plausibilität

Die Wirkungskette ist kurz: Wer keinen Zugang hat oder für Fremde nicht erreichbar ist, kann von ihnen nicht angeschrieben werden. Kontrafaktum ist die heutige Lage, in der die Anbieter das Alter nicht prüfen und Profile Minderjähriger oft für alle offen sind. Das Design ist mechanistisch; eine Studie, die die Wirkung einer abgeschalteten Kontaktaufnahme misst, liegt nicht vor. Die Störgröße ist das Ausweichen in Spiele und Messenger, in denen solche Kontakte ebenfalls stattfinden. Eine Umkehrrichtung scheidet aus. Gegen die Wirkung spricht der einzige beobachtbare Fall: In Australien gingen die Beschwerden unter 16-Jähriger über Mobbing und bildbasierten Missbrauch in den ersten drei Monaten nicht erkennbar zurück [11]. Dass diese Wirkung eintritt, trifft deshalb nur in etwa zwei von zehn vergleichbaren Fällen zu. Die Plausibilität ist niedrig: Im einzigen Fall, in dem eine Altersgrenze schon gilt, blieb der Rückgang bisher aus.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 6 identifikation: Mechanistisch · Stufen-Deckel 6 befundband: Ausgebliebener Effekt · P 1,5–2

Kontrafaktum: heutige Lage ohne Altersprüfung und mit oft offenen Profilen Minderjähriger. Design: mechanistisch — Kette Zugang/Erreichbarkeit → Kontaktversuche ohne identifizierten Trägerparameter. Störgröße: Ausweichen in Spiele und Messenger, in der Spanne 10–50 % gebucht. Richtung: keine Umkehrkausalität.

Der enge Zwilling lief bereits: Australiens Altersgrenze seit 10.12.2025; nach drei Monaten kein erkennbarer Rückgang der Beschwerden unter 16-Jähriger über Mobbing und bildbasierten Missbrauch [11]. Gleicher Ergebnisbegriff: belastende Kontakte und Übergriffe im Netz. Ledger: nicht als eigenes Contra gebucht. Rückleseprobe: trifft in etwa zwei von zehn vergleichbaren Fällen zu.

Offen: Eine Auswertung der australischen Beschwerdezahlen über ein volles Jahr, getrennt nach Diensten mit und ohne abgeschaltete Kontaktaufnahme, würde zeigen, ob P bis etwa 5,0 steigen kann.

Argumente — Contra

3 Argumente

Altersnachweis für neue Konten

8,4von 100

Wer ein neues Konto in einem sozialen Netzwerk anlegt, muss sein Alter über ein zertifiziertes Prüfverfahren nachweisen; bestehende Konten prüfen die Anbieter anhand vorhandener Daten und fragen nur bei Zweifeln nach. Über zehn Jahre trifft das im Mittel rund 30 Mio Menschen in Deutschland. Die Kommission verspricht ein Verfahren, das nur das Alter übermittelt; der Chaos Computer Club bezweifelt, dass es dabei bleibt.

Wert 8 · Grundrechte & FreiheitImpact 1,5Plausibilität 7
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Wert

Der Eingriff besteht darin, dass Menschen, die ein Konto in einem sozialen Netzwerk anlegen, gegenüber dem Anbieter oder einer Prüfstelle belegen müssen, wie alt sie sind [1]. Bisher genügt eine Selbstauskunft. Berührt ist das Recht, sich im Netz zu bewegen, ohne Merkmale der eigenen Person preiszugeben. Der Chaos Computer Club sieht darin eine Gefahr für die anonyme und pseudonyme Nutzung des Netzes [6]; die Kommission hält dagegen, dass die EU-App weder Ausweisdaten noch biometrische Daten speichert [1]. Der Wert liegt eine Stufe unter dem Verfassungskern, weil nur das Alter offengelegt werden soll und kein durchsuchbares Merkmal wie das eigene Gesicht. Der Wert ist hoch: Es geht um informationelle Selbstbestimmung, allerdings in einer engen Form.

Impact

Soziale Netzwerke zählen in Deutschland rund 64,7 Mio Nutzerkonten, 57,9 Mio davon von Erwachsenen [20]. Nachweisen muss sein Alter, wer ein neues Konto anlegt; bestehende Konten prüfen die Anbieter anhand vorhandener Daten wie Kontoalter und Zahlungsmitteln und fragen nur bei Zweifeln nach [1]. Angesetzt sind im Mittel über zehn Jahre rund 30 Mio Menschen, die ihr Alter mindestens einmal nachgewiesen haben (Spanne 10–60 Mio). Wie schwer das wiegt, lässt sich aus Befragungen ableiten: Deutsche verlangen für die Herausgabe ihres Fingerabdrucks rund 4,50 Euro im Monat [22]. Für den Schutz ihrer Daten zahlen Menschen etwa ein Fünfeinhalbtel dessen, was sie für die Herausgabe verlangen, hier also rund 10 Euro im Jahr [23]. Übermittelt werden soll nur, ob jemand alt genug ist, ohne Speicherung; das senkt den Wert auf ein Zehntel (Spanne ein Drittel bis ein Vierzigstel). So bewertet, kostete der Nachweis jeden Betroffenen rund neun Minuten wacher Zeit im Jahr. Der Impact ist klein je Kopf, aber er trifft einen großen Teil der Bevölkerung ab 13 Jahren.

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30 Mio Personen
Menschen mit Altersnachweis, Mittel über zehn Jahre
× 4,51 € × 12 ÷ 5,5 × ⅒ Buchungsregel Ordnungsgüter (Privatsphäre): Kompensationsforderung für den Fingerabdruck ÷ 5,5 = rund 10 € im Jahr; eingeengt auf ein reines Ja/Nein zum Alter ohne Speicherung (⅒, Spanne ⅓ bis ⅟₄₀)
30 Mio €
Einbuße je Person und Jahr (Spanne 0,25–3,30 €)
÷ 20 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
1,5
Normalised Impact
Score 1,5 Impact × 8 Wert × 7 Plausibilität ÷ 10 = 8,4 von 100

Plausibilität

Dass alle Nutzer ihr Alter nachweisen müssen, ist keine Prognose, sondern Rechtsfolge des Vorschlags [1]. Kontrafaktum ist die heutige Selbstauskunft beim Anlegen eines Kontos; das Design ist definitorisch, die Reichweite folgt aus der Pflicht und nicht aus einem Verhalten. Die Störgröße ist die technische Ausführung: Ein Nachweis per App, der nur das Alter meldet, wiegt weniger als eine Gesichtsschätzung bei einem privaten Anbieter; die Spanne von 0,25 bis 3 Euro trägt das. Eine Umkehrrichtung scheidet aus. Nicht festgelegt ist, wie schwer die Einbuße wiegt; das ist eine Setzung ohne Messgröße. Parlament und Rat können den Vorschlag zudem noch ändern [3]. Dieses Argument trifft in etwa sieben von zehn vergleichbaren Fällen in dieser Höhe zu. Die Plausibilität ist hoch: Dass alle nachweisen müssen, folgt aus dem Vorschlag; wie schwer das wiegt, ist gesetzt.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 9 identifikation: Definitorisch · kein Stufen-Deckel

Kontrafaktum: Selbstauskunft beim Anlegen eines Kontos. Design: definitorisch — Nachweispflicht als Rechtsfolge des Vorschlags [1], kein Verhaltensglied. Störgröße: technische Ausführung (EU-App mit Altersmeldung oder Gesichtsschätzung), in der Spanne 0,25–3 € je Person gebucht. Richtung: keine Umkehrkausalität. P 7 wie beim Zwilling biometrische-internetfahndung con-1: die Höhe der Einbuße ist Setzung.

Kosten der Umsetzung

6,3von 100

Die Anbieter müssen Altersprüfungen einkaufen, eingeschränkte Konten für 13- und 14-Jährige bauen und belegen, dass ihre Dienste für Kinder sicher sind. Deutschland muss ein kostenloses Prüfverfahren bereitstellen und die Aufsicht mittragen. Belastbare Kostenschätzungen fehlen; angesetzt ist für Deutschland rund ein Euro je Nutzer und Jahr.

Wert 5 · Vollzug & VerfahrenImpact 2,5Plausibilität 5
▸ Begründung & Quellen anzeigen ▾ Begründung & Quellen ausblenden

Wert

Der Strom sind Ressourcen, die für die Umsetzung gebunden werden: Arbeitszeit von Entwicklern und Prüfern bei den Anbietern, Gebühren für Prüfdienstleister und Personal in der Aufsicht. Sie fehlen an anderer Stelle und erzeugen selbst keinen Schutz; der Nutzen steht in den Argumenten für die Maßnahme. Ein Euro Umsetzungskosten zählt wie ein Euro im Budget eines mittleren Haushalts. Ob die Anbieter die Kosten tragen oder über Werbepreise weitergeben, ändert daran nichts. Sehr große Plattformen beaufsichtigt die Kommission selbst, für die übrigen sind die Mitgliedstaaten zuständig [3]. Der Wert ist mittel: Es geht um Geld und Arbeitszeit, nicht um Gesundheit oder Grundrechte.

Impact

Automatische Altersprüfungen kosten bei günstigen Anbietern rund 0,10 US-Dollar, bei führenden 1,50 bis 3 US-Dollar [21]; zertifizierte Nachweise liegen eher am oberen Rand. Angesetzt sind 0,20 Euro je Prüfung (Spanne 0,05–1 Euro), weil ein Teil der Nachweise über das kostenlose staatliche Verfahren läuft [3]. Bestehende Konten prüfen die Anbieter anhand vorhandener Daten; bezahlte Nachweise fallen vor allem bei rund 10 Mio neuen Konten im Jahr an [1]. Dazu kommen Entwicklung und Nachweispflichten der Anbieter, angesetzt mit 200 Mio Euro im Jahr für die ganze EU (Spanne 50–600 Mio), davon rund ein Fünftel für Deutschland. Für das staatliche Prüfverfahren und die Aufsicht sind 10 Mio Euro im Jahr angesetzt (Spanne 5–25 Mio). Zusammen sind das rund 50 Mio Euro im Jahr (Spanne 15–149 Mio), weniger als ein Euro je Nutzer. Der Impact ist klein: Die Kosten je Nutzer liegen unter einem Euro im Jahr.

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Nachweise: 10 Mio × 0,20 € Marktpreise 0,10–3 $ je Prüfung; Setzung 0,20 €, Spanne 0,05–1 € [1][21] 10 Mio neue Konten im Jahr × 0,20 € 2 Mio €
+ Entwicklung und Nachweispflichten der Anbieter Setzung, Spanne 50–600 Mio € EU; Anteil Deutschlands an der EU-Bevölkerung [3] 200 Mio € EU × 19 % 38 Mio €
+ Staatliches Prüfverfahren und Aufsicht jeder Mitgliedstaat stellt ein kostenloses Verfahren bereit [3] Setzung, Spanne 5–25 Mio € 10 Mio €
= Umsetzungskosten (Spanne 15–149 Mio €) 2 + 38 + 10 50 Mio €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 20 Mio € je Punkt 2,5
Score 2,5 Impact × 5 Wert × 5 Plausibilität ÷ 10 = 6,3 von 100

Plausibilität

Dass die Umsetzung Geld kostet, folgt aus den Pflichten des Vorschlags [1]. Kontrafaktum ist die heutige Lage mit Selbstauskunft und ohne eingeschränkte Konten. Das Design ist definitorisch für das Ob; die Höhe ist dagegen weitgehend gesetzt, weil eine Folgenabschätzung mit Beträgen bei der Recherche nicht vorlag. Die Störgröße ist der Anteil der Prüfungen, der über das kostenlose staatliche Verfahren läuft; er steht in der Spanne. Eine Umkehrrichtung scheidet aus. Die Preise einzelner Prüfungen sind Marktpreise [21], die Entwicklungskosten der Anbieter sind geschätzt. Dieses Argument trifft in etwa fünf von zehn vergleichbaren Fällen in dieser Höhe zu. Die Plausibilität ist mittel: Die Kosten fallen sicher an, ihre Höhe ist grob gesetzt.

evidence_basis: Plausibilität · P-ceiling 5 identifikation: Definitorisch · kein Stufen-Deckel

Kontrafaktum: Selbstauskunft, keine eingeschränkten Konten. Design: definitorisch für das Ob (Kosten-Prüffrage: fallen an, sobald die Pflicht gilt); Höhe weitgehend Setzung, deshalb Basis plausibilitaet mit Deckel 5,0. Störgröße: Anteil der Prüfungen über das staatliche Verfahren, in der Spanne 15–154 Mio € gebucht. Richtung: keine Umkehrkausalität.

Zeit für Altersnachweise

4,6von 100

Wer ein neues Konto anlegt, muss einmal ein Prüfverfahren einrichten und sich ausweisen. Eltern von 13- und 14-Jährigen müssen ihr eigenes Alter, das Alter des Kindes und ihr Sorgerecht belegen und das eingeschränkte Konto verwalten. Das sind wenige Minuten je Nutzer, bei rund 30 Mio Betroffenen summiert es sich aber.

Wert 9 · LebenszeitImpact 0,9Plausibilität 6
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Wert

Der Strom ist gebundene Zeit: Minuten und Stunden, die Nutzer und Eltern für Nachweise und die Verwaltung eingeschränkter Konten aufwenden müssen. Diese Zeit ist erzwungen, niemand wählt sie freiwillig. Sie zählt deshalb als volle wache Stunde. Gewichtet ist sie eine Stufe unter Leben und Gesundheit, weil verlorene Zeit teilbar ist und sich über das Jahr verteilt. Das Einkommen spielt keine Rolle: Die Stunde einer Schülerin zählt so viel wie die eines Managers. Der Wert ist hoch: Es geht um Lebenszeit, die Menschen nicht selbst einteilen.

Impact

Angesetzt sind 15 Minuten für die erste Einrichtung des Prüfverfahrens und den Nachweis beim neuen Konto; verteilt auf zehn Jahre sind das 1,5 Minuten im Jahr. Dazu kommen 1,5 Minuten im Jahr für weitere Konten und Nachfragen bei Zweifeln, zusammen 3 Minuten je Betroffenem und Jahr (Spanne 1,5–6 Minuten). Bei rund 30 Mio Betroffenen [20] sind das 1,5 Mio Stunden im Jahr. Eltern von 13- und 14-Jährigen müssen drei Nachweise erbringen und das Konto des Kindes verwalten [2]. Angesetzt sind 500.000 Familien (Spanne 200.000–1 Mio) mit je 2 Stunden im Jahr (Spanne 1–4 Stunden), zusammen 1,0 Mio Stunden. Insgesamt sind es rund 2,5 Mio Stunden im Jahr (Spanne 0,45–10 Mio). Der Impact ist klein: Je Person sind es Minuten, und nur Eltern jüngerer Jugendlicher tragen Stunden.

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Betroffene: 30 Mio × 3 Minuten im Jahr Setzung, Spanne 1,5–6 Minuten [20] 15 min ÷ 10 Jahre + 1,5 min 1,5 Mio Stunden
+ Eltern: 500.000 Familien × 2 Stunden drei Nachweise und Verwaltung des eingeschränkten Kontos [2] Setzung, Spanne 0,2–4 Mio Stunden 1 Mio Stunden
= Gebundene Zeit (Spanne 0,45–10 Mio Stunden) 1,5 + 1,0 2,5 Mio Stunden
× Erzwungene Stunde 6,85 € je Wachstunde 17,1 Mio €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 20 Mio € je Punkt 0,86
Score 0,86 Impact × 9 Wert × 6 Plausibilität ÷ 10 = 4,6 von 100

Plausibilität

Dass Nachweise und Elternkonten Zeit kosten, folgt aus den Pflichten des Vorschlags [1][2]. Kontrafaktum ist das heutige Anlegen eines Kontos mit Selbstauskunft, das kaum Zeit kostet. Das Design ist definitorisch für das Ob; wie viele Minuten es werden, hängt davon ab, wie einfach das Prüfverfahren wird und wie viele Familien Elternkonten anlegen. Die Störgröße ist diese Ausgestaltung; sie steht in der Spanne von 1,45 bis 10,5 Mio Stunden. Eine Umkehrrichtung scheidet aus. Zeitmessungen für das Prüfverfahren liegen noch nicht vor. Dieses Argument trifft in etwa sechs von zehn vergleichbaren Fällen in dieser Höhe zu. Die Plausibilität ist mittel: Dass Zeit anfällt, ist sicher, wie viel, hängt an der Umsetzung.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 6 identifikation: Definitorisch · kein Stufen-Deckel

Kontrafaktum: Konto mit Selbstauskunft ohne Nachweis. Design: definitorisch für das Ob (Pflicht aus dem Vorschlag [1]); die Höhe hängt am Verhalten (Einfachheit der App, Zahl der Elternkonten), deshalb Deckel 6,0 nach Trockenlauf-Schärfung (a). Störgröße: Ausgestaltung des Verfahrens, in der Spanne 1,45–10,5 Mio h gebucht. Richtung: keine Umkehrkausalität.

Summary

Die Debatte dreht sich darum, ob ein Schutz für Kinder den Aufwand für viele Erwachsene rechtfertigt. Für die Altersgrenze sprechen etwas weniger Depressionen und Angststörungen, deren Größe die Forschung bestreitet, und der Gewinn, wenn eine ganze Altersgruppe gemeinsam verzichtet. Dieser Gewinn entsteht aber nur, wo der Freundeskreis mitzieht, und die Grenze greift nach der Erfahrung aus Australien nur bei einem Teil der Kinder. Dagegen stehen der Altersnachweis für im Mittel rund 30 Mio Menschen, die Zeit dafür und die Kosten für Anbieter und Staat. Alle Posten sind klein, doch die Lasten treten sicher ein, der Nutzen nur dort, wo Kinder die Grenze tatsächlich einhalten. Zusammengenommen liegt die Maßnahme nur in rund einem von zehn Durchläufen vorn. Den Ausschlag gibt die Befolgung: Hielten sich deutlich mehr Kinder an die Grenze als in Australien, wüchsen beide Gewinne mit.

Ausblick — Wirkung über die Zeit

Deutlich schlechter für die Zukunft · 10 %
heute Δ −8,0 F1 — mit Social Media ab 15 F0 — Baseline ohne Maßnahme +5 Jahre +10 Jahre Normalised Impact → F0 konstant als Referenz · F1 über/unter F0 = positive/negative Nettowirkung · Δ = Nettoscore Band = Erwartungsbereich — reicht es unter F0, ist auch eine negative Wirkung plausibel Kurvenform und Höhe illustrativ · y-Achse bewusst ohne Skala

Quellen

  1. Europäische Kommission: Pressemitteilung: Kommission schlägt den EU KIDS Act vor (17.09.2026). europa.eu
  2. netzpolitik.org: EU Kids Act: EU-Kommission will Netz mit Alterskontrollen zupflastern (16.09.2026). netzpolitik.org
  3. netz-trends.de: EU Kids Act: Kein Konto unter 13, eine Stunde für 13- und 14-Jährige, Bußgeld bis 6 Prozent (17.09.2026). netz-trends.de
  4. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: 56 Empfehlungen für einen zeitgemäßen Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt (11.09.2026). bmbfsfj.bund.de
  5. Tagesspiegel (dpa): Social-Media-Verbot für Kinder: Bildungsministerin will Alterskontrolle per App (17.09.2026). tagesspiegel.de
  6. Chaos Computer Club: Schlimmer als Stoppschilder fürs Internet: Der EU Kids Act (19.09.2026). ccc.de
  7. Statistisches Bundesamt: Bevölkerung nach Altersgruppen (Stand 2025). destatis.de
  8. PRO Medienmagazin: Trotz Altersbeschränkung: Schon Sechsjährige sind bei TikTok und Instagram (Ergebnisse der KIM-Studie 2024 des mpfs). pro-medienmagazin.de
  9. DAK-Gesundheit: DAK-Mediensucht-Studie 2026. dak.de
  10. Al Jazeera: Most Australian teens still online three months after under-16 ban (01.08.2026, Auswertung der eSafety-Kommissarin). aljazeera.com
  11. Tech Policy Press: Early Lessons from Australia's Teen Social Media Ban for the Rest of the World. techpolicy.press
  12. Braghieri, Levy, Makarin: Social Media and Mental Health, American Economic Review 112(11), 2022, S. 3660–3693. aeaweb.org
  13. CEPR VoxEU: Social media and mental health (Braghieri, Levy, Makarin). cepr.org
  14. DAK-Gesundheit: Kinder- und Jugendreport 2025: Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen. caas.content.dak.de
  15. Salomon et al.: Disability weights for the Global Burden of Disease 2013 study, The Lancet Global Health 3(11), 2015. thelancet.com
  16. Christopher J. Ferguson: Do social media experiments prove a link with mental health: A methodological and meta-analytic review, Psychology of Popular Media, 2024. christopherjferguson.com
  17. Bursztyn, Handel, Jiménez-Durán, Roth: When Product Markets Become Collective Traps: The Case of Social Media, American Economic Review 115(12), 2025. aeaweb.org
  18. CEPR VoxEU: Product market traps: The case of social media (Bursztyn, Handel, Jiménez-Durán, Roth). cepr.org
  19. Landesanstalt für Medien NRW: Cybergrooming-Studie 2026 (10.09.2026). medienanstalt-nrw.de
  20. DataReportal: Digital 2026: Germany. datareportal.com
  21. Didit: Top Age Verification Software 2026: Preise je Prüfung im Anbietervergleich. didit.me
  22. Prince, J. & Wallsten, S.: How Much is Privacy Worth Around the World and Across Platforms? (Technology Policy Institute, Working Paper 2020) — Kompensationsforderung deutscher Befragter für die Herausgabe des Fingerabdrucks 4,51 € im Monat. techpolicyinstitute.org
  23. Acquisti, A., John, L. K. & Loewenstein, G.: What Is Privacy Worth? (Journal of Legal Studies 42(2), 2013) — Für die Herausgabe von Daten wird rund das 5,5-Fache dessen verlangt, was für ihren Schutz gezahlt wird. cmu.edu
Zuletzt geprüft von Claude Opus 5.5 · 28. September 2026 · 1× KI, 1× Mensch
  1. 28. September 2026KI-Prüfung, menschlich freigegebenClaude Opus 5.5Erstbewertung

    KI-Entwurf aus der Themen-Automatisierung übernommen; Altersnachweis nur für neue Konten, Cybergrooming als Lebenszeit-Anteil, con-1 aus Privatsphäre-Studien hergeleitet; Julian: Gewinn aus dem gemeinsamen Verzicht mit der Befolgung skaliert, c = 1, neuer Bereich.

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen.Wie wir prüfen →

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