Weniger Konflikte und Krisen an den Schulen
Die belastbarste Evidenz zur Schulsozialarbeit betrifft Verhalten, Konflikte und Krisen. Zwei unabhängige Auswertungen aus den USA finden dort Wirkung: weniger Disziplinarvorfälle, bei Jungen 15 bis 29 Prozent [18], bestätigt über ein Schwellenwertverfahren in einem zweiten Bundesstaat [19]. Auf Testergebnisse wirkt es dagegen kaum [19].
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Wert
Bewertet sind Schulklima, Konfliktbearbeitung und Krisenhilfe. Das betrifft Teilhabe und Wohlbefinden vieler Kinder gleichzeitig und liegt damit über einem reinen Geldbetrag.
Impact
Ausgangspunkt sind die 236 Stellen, die ohne Landesgeld wegfielen: 60 % der 455 Stellen verlieren mit dem EU-Anteil ihre Finanzierung, davon fangen die Kommunen im Zentralwert 37 auf [2][5][6]; die Spanne reicht von 160 bis 273 Stellen. Was eine Stelle an Konfliktbearbeitung, Krisenintervention, Beratung und Entlastung der Lehrkräfte leistet, ist nirgends in Euro gemessen. Angesetzt sind 21.000 € je Stelle und Jahr (Spanne: 4.000 bis 64.000 €), gut ein Viertel ihrer Kosten von 80.000 €. Die Größenordnung stützt sich auf die beiden Auswertungen, die 15 bis 29 % weniger Disziplinarvorfälle finden [18][19]. Je betreutem Kind sind das rund 90 € im Jahr — so bewertet, als gewönne jedes Kind rund 13 Stunden ohne Konflikt, gerechnet zum Wert einer erzwungenen Stunde von 6,85 €. Zusammen ergibt das rund 5 Mio € im Jahr (Spanne: 1 bis 15 Mio €). Dass die Kinder überwiegend aus belasteten Lagen kommen, trägt hier der Wert, nicht ein zusätzliches Gewicht: Ihr Euro zählt mit 1. Der Impact ist klein: viele Kinder, aber je Kind ein Betrag, der eine Setzung bleibt.
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Plausibilität
Zwei Auswertungen mit unterschiedlichem Aufbau finden dasselbe Muster, das stützt die Richtung [18][19]. Kontrafaktum ist die Schule ohne die Stelle; das Design ist quasi-experimentell — Rotation der Beratungskräfte über Schulen [18] und ein Schwellenwertverfahren an Schülerzahlgrenzen [19] —, die Störgröße ist die Auswahl der Schulen, die beide Verfahren ausschalten; Umkehrkausalität scheidet aus, weil die Stelle vor den Vorfällen kommt. Beide Studien betreffen amerikanische Grundschulen und eine andere Berufsgruppe. Die einzige Übersicht, die die deutsche Berufsgruppe direkt betrachtet, prüfte 18 Studien, davon nur vier randomisierte, und hält fest, dass Kausalität nicht bestätigt werden kann [20]. Keine dieser Studien stammt aus dem deutschsprachigen Raum [20]. Die Richtung ist also getragen, das tragende Glied — die Übertragung auf die hiesige Praxis — hat einen Befund gegen sich. Deshalb 4,0 bei einer Obergrenze von 7,0: trifft in etwa vier von zehn vergleichbaren Fällen zu.
Kontrafaktum: Schule ohne die Stelle. Design: quasi-experimentell — Rotation der Beratungskräfte mit Schul-Fixeffekten [18], Regressionsdiskontinuität an Schülerzahlschwellen [19]; für Deutschland nur die Übertragung. Störgröße: Auswahl der Schulen, in beiden Designs ausgeschaltet; hierzulande die andere Berufsgruppe. Richtung: keine Umkehrkausalität — die Stelle kommt vor den Vorfällen.
Richtung durch zwei quasi-experimentelle US-Auswertungen gestützt [18][19]; das mengentragende Glied — die Übertragung auf die deutsche Schulsozialarbeit — hat die Übersicht gegen sich, die für diese Berufsgruppe keine bestätigte Kausalität findet [20]. Gleicher Ergebnisbegriff: Disziplinar- und Konfliktvorfälle. Rückleseprobe: etwa vier von zehn Fällen.
Offen: Eine deutsche Auswertung mit Vergleichsschulen zu Konflikt- oder Suspendierungszahlen würde P auf 6 bis 7 heben.