Weniger Ablenkung, vor allem in den Klassen 5 und 6
Betroffen sind je Jahrgang rund 10.850 Kinder der Klassen 5 und 6 an Schulen ohne bestehende Regel. Angesetzt ist ein dauerhafter Vorsprung von d = 0,025 — die Mitte zwischen dem Review-Wert 0,05 von weiterführenden Schulen und der größten Untersuchung, die kaum Wirkung findet —, in Lebenseinkommen umgerechnet rund 77 Mio. € im Jahr.
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Wert
Der Strom betrifft Lernleistung und damit die Ausgangslage für den weiteren Bildungsweg. Er steht in derselben Reihe wie die übrigen Bildungsmaßnahmen dieser Datenbank und wird bewusst mit demselben Gewicht bewertet, damit sich Vorschuljahr, Startchancen und Handyverbot direkt vergleichen lassen. Der Wert ist sehr hoch: Lernleistung als Grundlage des weiteren Bildungswegs.
Impact
Zwei Einschränkungen bestimmen die Größe, bevor über Wirkung geredet wird. Erstens reicht die Berliner Grundschule bis Klasse 6, das Gerät wird aber erst im letzten Drittel dieser Zeit relevant — betroffen sind die rund 65.000 Kinder der Klassen 5 und 6 von insgesamt 195.436, je Jahrgang also rund 32.600 Kinder, die die Grundschule verlassen [6]. Zweitens haben über zwei Drittel der Schulen bereits eigene Regelungen [3]; das Delta liegt bei den übrigen, rund 10.850 Kindern je Jahrgang, mit einer Spanne von 20 bis 50 % der Schulen, weil die Erhebung nur 60 Schulen umfasst. Zur Wirkung: Der Rapid Review von Böttger und Zierer findet für Lernleistung d = 0,05 [5]; die mit Abstand größte Untersuchung — rund 5.000 US-Schulen, an denen die Nutzung von 61 auf 13 % fiel — findet kaum Auswirkungen auf die durchschnittliche Leistung, und alle Befunde stammen von weiterführenden Schulen [5]. Angesetzt ist die Mitte zwischen beiden, d = 0,025 mit einer Spanne von null bis 0,05, als dauerhafter Kompetenzvorsprung des Jahrgangs, der die beiden Jahre unter der Regel verbracht hat. Wer in Deutschland eine Standardabweichung mehr Kompetenz mitbringt, verdient über das Erwerbsleben 23,5 % mehr [8]; bei den 1,5 Mio. €, die ein Mensch hier im Durchschnitt über sein Erwerbsleben verdient — derselbe Wert in allen Bewertungen dieser Seite, nicht der höhere Berliner Vollzeitverdienst [7] —, sind das rund 8.800 € je Kind und rund 96 Mio. € je Jahrgang. Die Regel gilt frühestens ab dem Schuljahr 2027/28; im Mittel des Zeitraums sind das acht von zehn Jahren, rund 77 Mio. € im Jahr, mit einer Spanne von null bis rund 153 Mio. €. Zum Vergleich: gut das Sechsfache des Wohlbefindens-Arguments. Der Impact ist der größte der Bewertung — und er steht auf einer Effektgröße, die die größte Studie bei null sieht.
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Plausibilität
Die Studienlage ist ungewöhnlich reichhaltig und ungewöhnlich uneinheitlich. England fand 2016 deutliche Testverbesserungen an weiterführenden Schulen, mit dem stärksten Effekt bei leistungsschwachen Schülern — der Größenordnung nach eine zusätzliche Unterrichtsstunde je Woche. Eine schwedische Replikation von 2019 fand nichts, mit dem Hinweis, dass schwedische Schulen bereits stark digitalisiert waren. Ein Scoping-Review über 22 Studien aus zwölf Ländern zeichnet ein gemischtes Bild, und die größte Einzeluntersuchung findet kaum Wirkung auf Leistungen, Anwesenheit und Cybermobbing [5]. Kontrafaktum sind in diesen Untersuchungen Schulen ohne Verbot im selben Schulsystem, verglichen vor und nach der Einführung; die Störgröße — Schulen, die ein Verbot einführen, unterscheiden sich in Leitung und Elternschaft — ist dort über feste Schuleffekte behandelt. Für die Berliner Grundschule kommt hinzu, dass die englischen Befunde bei Elf- bis Sechzehnjährigen erhoben wurden und die Gerätedichte in den Klassen 1 bis 4 gering ist; das tragende Glied, der Übertrag auf Grundschulen, ist ungeprüft. Wer ein Verbot für die Grundschule begründet, kann sich auf die Forschung nur eingeschränkt berufen. Rückleseprobe: Ein Lerneffekt tritt in etwa drei von zehn vergleichbaren Fällen ein. Die Plausibilität ist niedrig: reiche, aber widersprüchliche Befundlage, erhoben an einer anderen Altersgruppe.
Kontrafaktum: Schulen ohne Verbot im selben Schulsystem, vor und nach der Einführung (Beland/Murphy 2016, Allcott u. a. [5]). Design: quasi-experimentell — Differenz-von-Differenzen mit festen Schuleffekten; für Grundschulen liegt kein Design vor. Störgröße: Auswahl der Schulen, die ein Verbot einführen (Leitung, Elternschaft), in den Designs über Schul-Fixed-Effects behandelt. Richtung: Verbot vor Leistung, keine Umkehrkausalität. Doppelbuchung geprüft: Die Spanne 0–155 Mio € trägt die Größe des Vorsprungs, das Band die Frage, ob an Grundschulen überhaupt etwas eintritt; der bestehende Deckel 5 liegt unter dem Stufen-Deckel 8 und bindet.
Kette benannt: Verbot → weniger Ablenkung → Lernleistung → Lebenseinkommen; das Glied Grundschule ist ungeprüft, an weiterführenden Schulen findet die größte Studie kaum Wirkung, der Review d = 0,05. Gleicher Ergebnisbegriff: Testleistung. Rückleseprobe: etwa drei von zehn Fällen.
Offen: Eine Differenz-von-Differenzen-Auswertung der Landesverbote von 2025/26 (Brandenburg, Hessen, Thüringen) mit Leistungsdaten der Klassen 5 und 6 würde P auf 5 heben.