Entlastung der Regelklassen
Das Programm führt Sonderklassen ausdrücklich als Entlastung für Lehrkräfte und Regelklassen [1]. Die belastbarsten Untersuchungen aus den Niederlanden und Dänemark finden für die verbleibenden Kinder keinen Effekt [11][12], und der Anteil zugewanderter Kinder liegt im Land weit unter der Schwelle, ab der Übersichtsarbeiten überhaupt Wirkungen erwarten. Der Posten ist am oberen Rand der Nullbefunde gesetzt und bleibt trotzdem klein: rund 24 Mio € Lebenseinkommen im Jahr, verteilt auf über 50.000 Kinder je Jahrgang.
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Wert
Betroffen wären rund 205.000 Kinder, also fast der ganze Jahrgangsverband des Landes. Es geht um dieselbe Sache wie auf der Gegenseite: um Lernzuwachs, Abschlüsse und die Wege, die sich daraus öffnen. Deshalb steht dieser Posten auf derselben Werteebene wie der Verlust der getrennt unterrichteten Kinder; die beiden unterscheiden sich in der Größe, nicht im Gewicht. Bildungschancen wiegen in dieser Bewertung hoch.
Impact
An den allgemeinbildenden Schulen des Landes lernen 211.854 Kinder, davon 24.609 mit ausländischer Staatsangehörigkeit, also 11,6 % [5][6]. Sie verteilen sich auf 8.939 Klassen, im Schnitt knapp drei pro Klasse [5]. Werden rund 7.000 herausgenommen — im Schnitt weniger als eines je Klasse —, sinkt ihr Anteil in den verbleibenden Klassen um rund drei Prozentpunkte. Was das den übrigen Kindern bringt, ist mehrfach untersucht worden, und die Antwort lautet überwiegend: nichts. In den Niederlanden liegen die gemessenen Werte zwischen leicht negativ und leicht positiv, fast alle ohne statistische Bedeutung [11]. In Dänemark ließ sich bei 813.050 beobachteten Schülerjahren kein Effekt nachweisen [12]. Angesetzt ist deshalb ein Gewinn von 0,002 Standardabweichungen je Kind, bewusst am oberen Rand dieser Nullbefunde, mit einer Spanne von 0 bis 0,010. Über ein Arbeitsleben sind das rund 549 € je Kind: 17,8 % Verdienst je Standardabweichung [18] auf ein Lebenseinkommen von 1,542 Mio € (Median 38.553 € × 40 Jahre) [19]. Es zählt jedes Kind, das in der Wahlperiode eine Regelklasse besucht: 204.854 zu Beginn und rund 17.700 Einschulungen in jedem der vier Folgejahre (211.854 ÷ 12 Jahrgänge) [5], im Mittel rund 55.100 Kinder je Jahr. Das sind rund 30 Mio € je Jahr; wirksam ist die Maßnahme in vier von fünf Jahren der Wahlperiode (Spanne 2–5), bleiben rund 24 Mio € im Jahr, mit einer Spanne von 0 bis 120 Mio €. Der Impact ist klein: sehr viele Betroffene, aber eine Wirkung pro Kind nahe null.
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Plausibilität
Die beiden methodisch stärksten Untersuchungen finden keinen Effekt [11][12]. Der klarste negative Befund stammt aus Italien und misst, was passiert, wenn ein einheimisches Kind durch ein zugewandertes ersetzt wird; er liegt bei rund 0,16 Standardabweichungen in Sprache und Mathematik [25]. Übersichtsarbeiten setzen den Punkt, ab dem negative Effekte auftreten, bei rund 35 % Anteil zugewanderter Kinder an; Sachsen-Anhalt liegt bei 11,6 % und damit weit darunter [5]. Kontrafaktum: Klassen derselben Schule mit höherem Anteil zugewanderter Kinder. Design: kontrolliert — Vergleiche innerhalb von Schulen über Jahrgänge in den Niederlanden (Ohinata und van Ours 2013) und in dänischen Registerdaten (Hassan u. a. 2023) [11][12]; der italienische Befund nutzt einen Regelsprung bei der Klassenbildung (Ballatore, Fort und Ichino 2018) [25]. Störgröße: die Sortierung von Familien in Schulen, in allen drei Arbeiten über Schulvergleiche abgefangen. Richtung: die Zusammensetzung der Klasse steht vor der Leistung fest, eine Umkehr ist ausgeschlossen. Der angesetzte Gewinn ist also nicht gemessen, sondern gesetzt, und zwar am günstigsten Rand dessen, was die Literatur zulässt. Dass die verbleibenden Kinder in Sachsen-Anhalt messbar gewinnen, trifft in etwa jedem vierten vergleichbaren Fall zu. Für eine Wirkung, die die belastbarste Evidenz nicht findet, ist geringe Plausibilität die Obergrenze.
Kontrafaktum: Klassen derselben Schule mit höherem Anteil zugewanderter Kinder. Design: kontrolliert — Vergleiche innerhalb von Schulen über Jahrgänge (Ohinata/van Ours 2013 [11], Hassan u. a. 2023 [12]); der Stützbefund aus Italien (Ballatore/Fort/Ichino 2018 [25]) nutzt einen Regelsprung bei der Klassenbildung, quasi-experimentell, aber bei anderen Anteilen. Störgröße: Sortierung von Familien in Schulen, über Schul-Fixed-Effects abgefangen. Richtung: Zusammensetzung vor Leistung, keine Umkehrkausalität. Deckel: Basis studie 9, bestehend 5, Stufe kontrolliert 7 → 5; die Spanne 0–0,010 ist am strittigen Parameter aufgespannt, der Deckel bindet ohnehin nicht (P 2,5).
Stützbefund: negative Zusammensetzungseffekte bei hohen Anteilen (Italien, 0,16 Standardabweichungen) [25]. Gegenbefund: bei Anteilen wie in Sachsen-Anhalt finden die kontextnächsten Studien nichts (Niederlande, Dänemark) [11][12]. Gestützt ist nur ein Teil — Klassen mit hohem Anteil. Gleicher Ergebnisbegriff: Testleistung der übrigen Kinder. Rückleseprobe: etwa jeder vierte Fall. Count-once: der Deckel 5 bepreist die fehlende deutsche Messung, das Band den Gegenbefund.
Offen: Eine deutsche Auswertung, die Leistungen von Regelklassen vor und nach dem Herausziehen zugewanderter Kinder vergleicht, würde die Frage entscheiden; fiele sie positiv aus, könnte P auf 4 bis 5 steigen.