Leichte Dämpfung der Berliner Mieten
Rund 1.660 zusätzliche Wohnungen im Mittel des Zeitraums sind 0,08 % des Berliner Bestands und senken die Angebotsmieten nach der Messung an den deutschen Baufertigstellungen um rund 2,4 %. Weil über zwanzig Jahre gut die Hälfte der Mietverträge neu geschlossen wird, bleiben davon auf der gezahlten Mietsumme rund 1,24 %: rund 132 Mio € im Jahr, die bei Mieterhaushalten bleiben statt an Vermieter zu gehen. Die Gegenseite steht mit demselben Betrag in der Bilanz.
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Wert
Der Strom ist Geld, das bei Mieterhaushalten bleibt und Vermietern entgeht. Betroffen sind alle Berliner Mieterhaushalte, mit dem Schwerpunkt bei denen, die neu anmieten und überwiegend in den unteren drei Fünfteln liegen; deshalb zählt ihr Euro hier mit 1,3. Die Vermieterseite steht mit ihrem eigenen Gewicht auf der Gegenseite. Der Wert ist mittel: ein Geldstrom zwischen Mietern und Vermietern, am allgemeinen Maßstab.
Impact
Berlin hat rund 2,06 Mio Wohnungen, davon 1,75 Mio Mietwohnungen, und die Angebotsmieten liegen mit 15,78 €/m² mehr als doppelt so hoch wie die ortsübliche Vergleichsmiete von 7,21 €/m² [7]. Wie stark zusätzliches Angebot dagegen wirkt, ist für Deutschland gemessen: Eine Auswertung aller Baufertigstellungen 2010 bis 2017 gegen die Inserate der drei größten Portale findet, dass ein Bestandszuwachs von 1 % die Angebotsmieten des Folgejahres um 29,8 % senkt (Standardfehler 10,5); die Quantilsregressionen derselben Arbeit zeigen, dass sich die ganze Mietverteilung verschiebt, nicht nur das teure Segment [12]. Der Bestandseffekt des Vorschlags ist klein: rund 1.660 zusätzliche Wohnungen im Mittel des Zeitraums, aus dem ersten Pro-Argument, sind 0,0808 % des Bestands — also 2,41 % niedrigere Angebotsmieten (Spanne: 1,56 bis 3,26 %). Gemessen sind damit Mieten in Inseraten, gezahlt wird aber auch in laufenden Verträgen: Rund 8 % der Mietverhältnisse enden im Jahr [13], über die zwanzig Jahre dieser Bewertung sind im Mittel 51 % der Verträge seit Wirkungsbeginn neu geschlossen. Auf die gezahlte Mietsumme wirkt die Dämpfung deshalb mit 1,24 %. Die Berliner Mietwohnungen bringen bei rund 7,50 € je Quadratmeter Nettokaltmiete und 70 Quadratmetern etwa 10,7 Mrd € im Jahr (Spanne: 9 bis 12 Mrd €); 1,24 % davon sind rund 132 Mio € weniger Miete im Jahr, die bei den Mietern bleiben statt an die Vermieter zu gehen. Mit dem Gewicht der Mieterhaushalte sind das 172 Mio €, auf der Karte 8,6 Punkte — gut das Achtfache dessen, was die zusätzlichen Wohnungen selbst wiegen (1,0), und anders als dort steht die Gegenseite mit demselben Betrag in der Bilanz. Der Impact ist mittel: Der Betrag summiert sich über sehr viele Haushalte, je Haushalt sind es rund 75 € im Jahr.
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Plausibilität
Die Reaktionsstärke ist keine Setzung aus fremden Märkten mehr: Sie ist an allen deutschen Baufertigstellungen kausal geschätzt, mit Regenschocks während der Bauphase als Instrument für verzögerte Fertigstellungen [12]. Zwei Dinge bleiben offen, und sie tragen die Zahl. Erstens identifiziert diese Schätzung einen temporären Angebotsschock, während hier ein dauerhafter Bestandszuwachs über zwanzig Jahre gebucht ist; über diesen Zeitraum dämpfen Zuzug und die Anpassung des übrigen Neubaus den Effekt, und um wie viel, ist nicht gemessen. Zweitens ist die Kette davor — Freigabe → Planung → Bau → Bestand — für diesen Vorschlag in keinem Glied gemessen, und die Wohnungen entstehen ohnehin nur in etwa vier von zehn Fällen. Das Mietniveau ohne die zusätzlichen Wohnungen ist nicht beobachtbar, die Störgröße ist der Zuzug, der zusätzliches Angebot aufsaugen kann, und eine Umkehrkausalität scheidet aus. Der Beleg trägt deshalb die Reaktionsstärke, nicht die Kette: Die Zahl bleibt bei 3, und der Befund der offenen Kette bleibt stehen. Das Argument trifft in etwa drei von zehn vergleichbaren Fällen in der angesetzten Größe zu. Die Plausibilität ist niedrig: Die Reaktion ist gemessen, der Weg dorthin nicht — und an den Bau gekoppelt.
Kontrafaktum: Mietniveau ohne die 1.663 zusätzlichen Wohnungen — nicht beobachtbar, gerechnet über die gemessene Reaktion der Angebotsmieten. Design: Die Reaktionsstärke ist quasi-experimentell identifiziert (Regenschocks in der Bauphase als Instrument, Kleibergen-Paap F 16,1) [12]; die Kette Freigabe → Planung → Bau → Bestand ist für diesen Vorschlag nur mechanistisch, und die Stufe der Karte richtet sich nach dem schwächsten Glied. Störgröße: Zuzug, der zusätzliches Angebot aufsaugt, nur in P. Richtung: keine Umkehrkausalität. Empfängerbein des Transfers Vermieter → Mieter, Geberbein con-5, gleiche Menge und gleiches P; dieselbe Ob-Frage wie pro-1 (Bau kommt), darunter die eigene Frage, ob die Dämpfung eintritt. Offen bleibt der Unterschied zwischen dem gemessenen temporären Schock und dem gebuchten dauerhaften Zuwachs.
Belegleiter: Die Reaktionsstärke ist für Deutschland gemessen [12], die Kette Freigabe → Planung → Bau → Bestand nicht, und der gemessene Schock ist temporär, der gebuchte Zuwachs dauerhaft; der Gegenmechanismus Zuzug bleibt unbeantwortet, gleicher Ergebnisbegriff: Nettokaltmiete des Bestands. Rückleseprobe: die Dämpfung tritt in etwa drei von zehn vergleichbaren Fällen in der angesetzten Größe ein.
Offen: Eine Messung der Kette Freigabe → Planung → Bau → Bestand für dieses Quartier würde das schwächste Glied schließen und P auf 4 bis 4,5 heben; daneben stünde eine Langfristschätzung für einen dauerhaften statt temporären Bestandszuwachs — über die vier von zehn, in denen überhaupt gebaut wird, kommt beides nicht hinaus.