Bindende Empfehlung fürs Gymnasium

Das BSW will die Gymnasialempfehlung bindend machen und in der zehnten Klasse prüfen lassen — dieselbe Idee wie bei der CDU, präziser formuliert und unverbindlicher versprochen.

Land Mecklenburg-Vorpommern Vorschlag auf Landesebene (Mecklenburg-Vorpommern). Landesmaßnahmen erreichen im bundesweiten Maßstab kleinere Impact-Werte als Bundesmaßnahmen; der Maßstab dieser Seite ist entsprechend gesetzt.

KI-Bewertung · noch ohne menschliche Prüfung

Diese Auswertung hat ein KI-Modell erstellt und belegt; ein menschlicher Prüfdurchgang steht noch aus. Zahlen und Einordnung können sich dabei noch ändern. Das Prüfprotokoll steht am Fuß der Seite.Wie geprüft wird →

Das BSW will, dass »Zugang zum und Verweilen am Gymnasium (bindende Laufbahnempfehlung für Kl.7 oder Aufnahmeprüfung) […] primär von der Schülerleistung abhängen« [1]. Heute gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine Zugangsvoraussetzung: Der Notendurchschnitt von 2,5 begründet nur die Empfehlung, entscheiden tun die Eltern [2][4]. Hinzu kommt ein zweiter Punkt, den kein anderes Programm nennt: Auch in der zehnten Klasse am Gymnasium sollen Prüfungen zur Erreichung der Mittleren Reife durchgeführt werden [1]. Diese Prüfung ist heute freiwillig und nur für diejenigen vorgesehen, die das Gymnasium verlassen wollen [18]; betroffen wären 14.793 Kinder je Jahrgang [5], der Bewertungszeitraum beträgt fünf Jahre.

Bilanz

Schlechter für die Zukunft · 0,27 alter Maßstab

Bilanz nach altem Maßstab. Für diese Bewertung liegt die Simulation der Bilanz 2.0 noch nicht vor. Die Kategorie kommt aus dem Anteil der Debatte auf der Pro-Seite (r).

Pro 9,3 · 27 % Contra 25 · 73 %
Größenklasse: sehr klein Maßstab dieser Bewertung: Normalised Impact — einheitslos, auf dieses Thema kalibriert. Zum Vergleich: 1 Punkt entspricht hier rund 5 Mio. € pro Jahr. Woran diese Bewertung hängt: an Lebensfolgen, die niemand gemessen hat — was aus den Kindern wird, die nicht mehr aufs Gymnasium kämen, und aus den Jugendlichen, die es nach Klasse 10 verlassen müssten, und ob der Lernvorsprung des Jahrgangs bis in den Beruf hält. Beides ist gesetzt, nicht belegt. Angesetzt ist, dass 35 von 100 von ihnen die Hochschulreife dadurch dauerhaft fehlt; wären es 10 von 100, stünde die Bilanz bei rund 0,48, wären es 55, bei rund 0,20. Gälte der ältere Befund, dass die Schulform für Kinder an der Grenze langfristig nichts ändert, auch heute, läge sie bei rund 0,49 — ausgeglichen, nicht mehr dafür. Zweitens hängt sie daran, wie viel vom Lernvorsprung bleibt: Angesetzt ist ein Fünftel; bliebe er ganz, stünde die Bilanz bei rund 0,62, bliebe nichts, bei rund 0,05. Der Nutzen der Mittlere-Reife-Prüfung für alle ist ein gesetzter Betrag ohne Rechenweg und aus der Fassung davor übernommen. Wie wir bewerten →

Pro-Argumente

Contra-Argumente

8 Argumente bewertet · Scoring v1.3 Δ absolut −15,7

Argumente — Pro

4 Argumente · Top 3 angezeigt

Wenn die Note zählt, wird für sie gearbeitet

8,1von 100

Wenn eine Note über die Schulwahl entscheidet, wird für sie gearbeitet — im ganzen Jahrgang, am stärksten bei den Leistungsschwächeren. Gemessen ist das am Ende der vierten Klasse, solange der Anreiz wirkt; ob davon etwas bis ins Berufsleben bleibt, hat niemand gemessen, und die Autoren der Studie bezweifeln es selbst. Gezählt ist deshalb nur ein Fünftel des Vorsprungs als bleibend.

Wert 8 · BildungschancenImpact 1,8Plausibilität 5,5
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Wert

Betroffen sind alle Kinder eines Jahrgangs über zwei Schuljahre. Es geht um Kompetenzen, die über Abschluss, Beruf und Einkommen mitentscheiden. In Mecklenburg-Vorpommern verlassen 10,4 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss, einer der höchsten Werte im Bund [11]. Ein messbarer Zugewinn im Jahrgangsmittel wirkt auf dieselbe Größe. Für die Bewertung zählt das auf der Stufe der Bildungschancen. Der Wert ist sehr hoch: Bildungschancen entscheiden über den weiteren Lebensweg.

Impact

Ohne die Maßnahme entscheidet in Mecklenburg-Vorpommern der Elternwille: »Bei der Schullaufbahn ist weiterhin der Elternwille entscheidend« [4]. Die Empfehlung hat schon heute eine Schwelle — Durchschnitt 2,5 in Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache [2] —, sie bindet aber niemanden. Mit der Maßnahme wird aus der Empfehlung eine Voraussetzung, und das wirkt auf den ganzen Jahrgang von 14.793 Kindern [5]: Als Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt die Verbindlichkeit abschafften, sanken die Leistungen über die gesamte Leistungsverteilung, am stärksten im untersten Viertel [19]. Angesetzt ist ein Zugewinn von 0,025 Standardabweichungen im Jahrgangsmittel (Spanne: null bis 0,05), rund ein Fünftel des gemessenen Werts [7], weil die Entscheidung hier nach Klasse 6 fällt und eine Schwelle samt Probejahr schon besteht [3]. Gemessen ist dieser Vorsprung allerdings nur am Ende der vierten Klasse, solange der Anreiz wirkt; eine Messung danach gibt es nicht, und die Autoren schließen aus ihrem eigenen Befund, dass der Vorsprung in der gegliederten Sekundarstufe eher verloren geht [19]. Von außen angestoßene Testgewinne verblassen auch sonst rasch — nach einem Jahr sind drei Viertel oder mehr verschwunden [20]. Angesetzt ist deshalb, dass ein Fünftel bis ins Erwerbsleben bleibt (Spanne: null bis drei Zehntel). Eine Standardabweichung mehr Kompetenz bringt in Deutschland 23,5 Prozent mehr Verdienst, bei 1,5 Millionen Euro durchschnittlichem Lebenseinkommen rund 350.000 Euro [21][22]; für den bleibenden Teil sind das rund 1.800 Euro je Kind und rund 26 Millionen Euro je Jahrgang, mit dem Bindungsgrad von 35 Prozent gewichtet rund 9 Millionen im Jahr (Spanne: null bis 27 Millionen). Der Impact ist klein bis mittel: Der Anreiz erreicht alle, aber gezählt wird nur, was davon bleibt.

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14.793 Kinder
Kinder eines Jahrgangs
[5]
× 0,025 Standardabweichungen Setzung: ein Fünftel des für Viertklässler gemessenen Werts (0,10–0,14 in Mathematik) — hier fällt die Entscheidung nach Klasse 6, Schwelle und Probejahr bestehen schon
370 Standardabweichungen
Leistungsgewinn im Jahrgangsmittel, solange der Anreiz wirkt (Spanne 0–0,05)
× 0,2 Setzung: gemessen ist der Vorsprung nur in Klasse 4; die Autoren erwarten, dass er in der Sekundarstufe verloren geht, und von außen angestoßene Testgewinne sind nach einem Jahr zu drei Vierteln oder mehr verschwunden
74 Standardabweichungen
Fortdauer bis ins Erwerbsleben (Spanne 0–0,3)
× 352.500 € je Standardabweichung (23,5 % × 1,5 Mio € Lebenseinkommen) Anker Kompetenzvorsprung; keine Zeitabzinsung
26,1 Mio € je Jahrgang
Mehrverdienst über ein Erwerbsleben
× 35 % Setzung der Wahlprogramm-Reihe, auf beiden Seiten gleich
9,13 Mio €
Bindungsgrad des Versprechens (Spanne 0–27)
÷ 5 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
1,83
Normalised Impact
Score 1,83 Impact × 8 Wert × 5,5 Plausibilität ÷ 10 = 8,1 von 100

Plausibilität

Behauptet wird von der Partei etwas anderes — eine Auswahl nach Leistung [1]; die Anreizwirkung auf den ganzen Jahrgang stammt aus dem Suchlauf. Getragen wird sie von Bach und Fischer (2020): ein Differenz-von-Differenzen-Vergleich der Viertklässler vor und nach der Abschaffung der Verbindlichkeit 2012 in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt gegen die Länder ohne Regeländerung, ergänzt um den Lernzuwachs von Klasse 2 bis 4 im Nationalen Bildungspanel [7][19] — quasi-experimentell. Die naheliegende Störgröße, die gleichzeitig laufende Inklusion an Regelschulen, prüfen die Autoren gesondert; Unterschiede vor Klasse 3 finden sie nicht, und weil kein Land die Regel wegen sinkender Viertklässlerleistungen ändert, ist eine umgekehrte Richtung unwahrscheinlich. Eine einzelne Studie trägt höchstens 7,0; die Übertragung kostet anderthalb Punkte, denn gemessen wurden Zehnjährige, hier entscheidet die Note nach Klasse 6, und Mecklenburg-Vorpommern hat bereits eine Schwelle mit Probejahr [3][4]. Dünn ist der Beleg an der entscheidenden Stelle: Ob aus dem Vorsprung je ein höherer Verdienst wird, hat niemand gemessen — die Studie endet in Klasse 4, eine Nachverfolgung in die Sekundarstufe oder ins Berufsleben gibt es nicht. Dieser Zweifel steht in der Menge, wo nur ein Fünftel als bleibend angesetzt ist und die Spanne bei null beginnt; die Zahl hier bewertet allein, ob der Lernanreiz in den Klassen 5 und 6 eintritt — in gut jedem zweiten Fall. Die Plausibilität ist mittel für den Anreiz selbst — gut gemessen, aber an jüngeren Kindern; für die Lebensfolgen gibt es keinen Beleg, sie sind in der Menge gekürzt.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5,5 identifikation: Quasi-experimentell · Stufen-Deckel 8

Kontrafaktum: Länder ohne Regeländerung. Design: quasi-experimentell — Differenz-von-Differenzen um die Abschaffung 2012, dazu Lernzuwachs Klasse 2–4 im NEPS [7][19]. Störgröße: gleichzeitige Inklusionsreform, von den Autoren gesondert geprüft; keine Unterschiede vor Klasse 3. Richtung: keine Umkehrkausalität — die Regel folgt nicht den Viertklässlerleistungen. Der Zweifel an der Fortdauer ist in der Menge gebucht (Faktor 0,2, Spanne 0–0,3), nicht hier.

Offen: Eine Nachverfolgung der Jahrgänge vor und nach der Abschaffung 2012 bis in Klasse 9 oder ins Berufsleben würde zeigen, ob der Vorsprung hält. Hielte er, stiege die angesetzte Fortdauer und damit die Menge; bliebe nichts, entfiele das Argument.

Eine geprüfte Mittlere Reife auch vom Gymnasium

0,9von 100

Am Gymnasium ist die Mittlere-Reife-Prüfung heute freiwillig; wer bleibt, erwirbt den Abschluss ohne Prüfung. Das Programm will sie für alle. Eine geprüfte Mittlere Reife bedeutet überall dasselbe.

Wert 6 · Aussagekraft AbschlussImpact 0,3Plausibilität 5
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Wert

Betroffen sind Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in Klasse 10 sowie die Betriebe, die ihre Zeugnisse lesen. Ein Abschluss ist ein Signal, und Signale wirken nur, wenn sie überall dasselbe bedeuten. Mecklenburg-Vorpommern liegt bei der Zeiteffizienz auf Platz 15 von 16, unter anderem wegen einer Ausbildungsvertragslösungsquote von 34,1 Prozent [12]; bessere Passung im Übergang wirkt darauf. Es geht dabei um die Funktionsfähigkeit des Abschlusssystems und nicht um Lebenschancen unmittelbar. Gebucht ist der Strom auf der Stufe Systeme und Wohlstand. Der Wert ist mittel: Es geht um die Aussagekraft eines Abschlusses.

Impact

Ohne die Maßnahme ist die Mittlere-Reife-Prüfung am Gymnasium freiwillig: »Schülerinnen und Schüler, die den gymnasialen Bildungsgang vor dem Abitur verlassen wollen, können an einer Mittleren-Reife-Prüfung teilnehmen« [18]. Wer bleibt, erwirbt den Abschluss ohne Prüfung. Mit der Maßnahme legten alle rund 5.600 Zehntklässlerinnen und Zehntklässler am Gymnasium die Prüfung ab [5]. Zwei Dinge folgen daraus. Eine Mittlere Reife vom Gymnasium wäre ebenso geprüft wie eine von der Regionalen Schule und damit für Betriebe vergleichbar. Und die Prüfung wäre ein Kontrollpunkt vor der Oberstufe, an dem Lücken auffallen. Angesetzt sind rund 4,3 Millionen Euro im Jahr, gewichtet rund 1,5 Millionen. Der Impact ist sehr klein: mehr Aussagekraft eines Abschlusses, kein neuer Lernstoff.

Plausibilität

Behauptet wird genau dies: »Auch in der 10. Klasse am Gymnasium sind Prüfungen zur Erreichung der Mittleren Reife durchzuführen« [1]. Der Punkt ist präzise und überprüfbar, und die Lücke ist real [18]. Er passt zudem zum erklärten Ziel, eine Entwertung des Abiturs zu verhindern [1]; die AfD argumentiert an anderer Stelle ähnlich [16]. Gegen eine höhere Bewertung spricht, dass der Nutzen nirgends beziffert ist. Ob Betriebe zwischen geprüfter und ungeprüfter Mittlerer Reife unterscheiden, ist für Mecklenburg-Vorpommern nicht untersucht. Belastbar ist die Richtung, nicht die Größe. Die Plausibilität ist mittel: Die Lücke ist belegt, ihr Wert geschätzt.

evidence_basis: Präzedenz · P-ceiling 7

Ein gescheitertes Probejahr weniger

0,3von 100

Seit August 2025 gilt Klasse 7 als Probejahr für Kinder ohne Empfehlung. Wer die Auswahl nach vorn verlegt, erspart einzelnen Kindern das Scheitern am Gymnasium. Ein Schuljahr geht bei einem Wechsel meist nicht verloren; gezählt wird vor allem der Bruch selbst — und betroffen waren zuletzt höchstens 62 von 6.093 Siebtklässlern.

Wert 7 · Brüche in der SchulzeitImpact 0,1Plausibilität 6
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Wert

Betroffen sind Kinder, die heute ohne Empfehlung ans Gymnasium gehen und dort scheitern. Ein Jahr des Scheiterns und ein erzwungener Schulwechsel treffen ein Zwölfjähriges hart. Zugleich ist die Gruppe klein, und der Wechsel an die Regionale Schule ist kein Absturz. Es geht um vermiedene Brüche in einer Bildungsbiografie, nicht um Zugang oder Ausschluss. Gebucht ist der Strom auf der Stufe der breiten Teilhabe. Der Wert ist hoch: ein Bruch weniger in der Schulzeit eines Kindes.

Impact

Ohne die Maßnahme korrigiert das System nachträglich: Wer ohne Empfehlung ans Gymnasium geht, für den ist Klasse 7 ein Probejahr, und wer nicht versetzt wird, verlässt die Schule wieder [3][4]. Mit der Maßnahme fiele die Entscheidung vorher. Die Menge ist klein: Im Schuljahr 2024/25 wiederholten 62 von 6.093 Siebtklässlerinnen und Siebtklässlern am Gymnasium die Klasse [5] — das ist die Obergrenze, denn nicht jedes dieser Kinder kam ohne Empfehlung (Spanne: 20 bis 62); 2010/11 wechselten 30 Kinder aus Klasse 7 an eine andere Schulform [6]. Was ein solcher Fall wiegt, hat zwei Teile. Der Bruch selbst — ein Jahr des Scheiterns und ein erzwungener Schulwechsel mit zwölf — ist so bewertet wie ein Zwanzigstel eines gesunden Lebensjahres (Spanne: ein Fünfzigstel bis ein Zehntel). Ein Schuljahr geht nur verloren, wenn das Kind an der neuen Schule die siebte Klasse wiederholt, statt in die achte zu wechseln; angesetzt ist das für jedes vierte Kind (Spanne: keines bis jedes zweite). Ein wiederholtes Jahr kostet ein Unterrichtsjahr, am Gymnasium 11.700 Euro [23], und verkürzt das Erwerbsleben um ein Jahr, ein Vierzigstel des durchschnittlichen Lebenseinkommens oder 37.500 Euro [22]. Zusammen sind das rund 14.300 Euro je Fall und rund 0,9 Millionen Euro im Jahr, mit dem Bindungsgrad gewichtet rund 0,31 Millionen (Spanne: 0,01 bis 0,6 Millionen). Der Impact ist sehr klein: Der Fall, den die Maßnahme vermeidet, tritt heute selten ein, und meist kostet er kein Schuljahr.

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62 Fälle
Kinder, denen ein gescheitertes Probejahr erspart bleibt (Spanne 20–62)
× 2.000 € für den Bruch + ein Viertel × (11.700 € Unterrichtsjahr + 37.500 € späterer Erwerbseintritt) Setzung: der Bruch wie ein Zwanzigstel eines Lebensjahres (Spanne 1/50–1/10); ein Schuljahr verliert nur, wer die siebte Klasse wiederholt statt in die achte zu wechseln — jedes vierte Kind (Spanne 0–50 %)
0,89 Mio €
Wert je Fall
× 35 % Setzung der Wahlprogramm-Reihe
0,31 Mio €
Bindungsgrad des Versprechens (Spanne 0,01–0,6)
÷ 5 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
0,06
Normalised Impact
Score 0,06 Impact × 7 Wert × 6 Plausibilität ÷ 10 = 0,3 von 100

Plausibilität

Behauptet wird von der Partei nichts hierzu; der Punkt folgt aus der Rechtslage. Sicher ist, dass ein früher Wechsel weniger kostet als ein gescheitertes Jahr. Unsicher ist die Menge, und zwar in beide Richtungen. Die Wiederholerquote von einem Prozent [5] kann bedeuten, dass kaum jemand überfordert ist — oder dass die Gymnasien durchreichen, was das Probejahr aussortieren sollte. Die Regelung ist erst ein Jahr alt und nicht ausgewertet [3]. Zahlen zu Abschulungen veröffentlicht das Land nicht; die letzten stammen aus dem Jahr 2012 [6]. Die Plausibilität ist mittel: Der Mechanismus ist klar, die Datenlage dünn.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 6 identifikation: Mechanistisch · Stufen-Deckel 6

Kein Kontrafaktum gemessen: Die Kette folgt aus der Rechtslage — wer nicht aufgenommen wird, kann im Probejahr nicht scheitern. Design: mechanistisch. Störgröße: Die 62 Wiederholungen stammen aus der Zeit vor dem Probejahr und umfassen auch Kinder mit Empfehlung; deshalb Obergrenze, der Zweifel steht in der Spanne. Richtung: eindeutig.

Die Regionale Schule bekommt die Differenz

0,1von 100

Wer nicht aufs Gymnasium geht, geht auf die Regionale Schule. Rund 750 zusätzliche Kinder im Jahr stabilisieren deren Standorte gegen einen Rückgang von 16 Prozent. Das Programm will diese Stärkung ausdrücklich.

Wert 6 · Schulen in der FlächeImpact 0,0Plausibilität 3,5
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Wert

Betroffen sind die 82 Regionalen Schulen und die Orte, in denen sie stehen. Sie verlieren durch die Demografie am schnellsten [17]. Mehr Schülerinnen und Schüler bedeuten mehr Züge, ein breiteres Fachangebot und weniger gefährdete Standorte. Es geht um die Tragfähigkeit von Einrichtungen und nicht um die Lebenswege Einzelner. Gebucht ist der Strom deshalb auf der Stufe Systeme und Wohlstand. Der Wert ist mittel: Es geht um den Bestand von Schulen, nicht um Bildungschancen.

Impact

Ohne die Maßnahme gehen 6.093 von 14.793 Kindern eines Jahrgangs auf das Gymnasium, also 41 Prozent [5]. Mit ihr wären es weniger, und die Regionalen Schulen bekämen die Differenz — angesetzt sind rund 750 Kinder im Jahr, dieselbe Zahl wie beim Zugang zum Abitur auf der Gegenseite. Das trifft auf einen Bestand, der ohnehin schrumpft: Bis 2034/35 sinkt die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 16,4 Prozent [17]. Verteilt auf 82 Regionale Schulen sind 750 Kinder neun je Schule und Jahrgang — genug, um einzelne Standorte über der Mindestgröße zu halten, nicht genug, um das Netz zu verändern. Angesetzt sind zwei Standorte, die dadurch erhalten bleiben (Spanne: keiner bis fünf), mit je rund 250 Kindern. Was ein erhaltener Standort wiegt, ist der Weg, den er erspart: rund 130 Stunden im Jahr je Kind, bewertet wie Zeit ohne Gegenwert. Das sind rund 65.000 Stunden im Jahr, mit dem Bindungsgrad gewichtet rund 23.000 — auf der Karte 0,03, ein Sechzigstel des Lernanreizes. Dass dieselben Kinder dem Gymnasium fehlen, ist nicht gegengerechnet; dessen Standorte liegen in den Städten und sind nicht gefährdet. Der Impact ist sehr klein: ein Nebeneffekt, den die Partei aber ausdrücklich will.

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2 Standorte
Standorte, die der Zuwachs über der Mindestgröße hält (Spanne 0–5)
× 250 Setzung, Spanne 180–300
500 Kinder
Kinder je Standort
× 130 Stunden Setzung: rund 40 Minuten mehr je Schultag
65.000 Stunden
ersparter Schulweg je Kind und Jahr
× 6,85 € je Stunde Anker Personenstunde, Zeit ohne Gegenwert
0,45 Mio €
Wert der Stunde
× 35 % Setzung der Wahlprogramm-Reihe
0,16 Mio €
Bindungsgrad des Versprechens (Spanne 0–0,39)
÷ 5 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
0,03
Normalised Impact
Score 0,03 Impact × 6 Wert × 3,5 Plausibilität ÷ 10 = 0,1 von 100

Plausibilität

Behauptet wird genau diese Richtung: Die Regionale Schule soll gestärkt werden [1]. Der erste Teil der Kette ist mechanisch — wer nicht aufs Gymnasium geht, geht dorthin. Offen ist das Glied, das die Menge trägt: ob neun Kinder mehr je Schule und Jahrgang einen Standort über die Mindestgröße heben, oder ob sie eine Schule nur größer machen. Ein Vergleich mit und ohne die Kinder liegt nicht vor, und wie viele heute ohne Empfehlung ans Gymnasium wechseln, ist seit 2012 nicht mehr veröffentlicht worden; damals waren es rund 1.500 [6]. Die Richtung ist sicher, das tragende Glied ungeprüft: In rund jedem dritten Fall hält der Zuwachs tatsächlich einen Standort. Die Plausibilität ist niedrig bis mäßig: Die Richtung stimmt, ob sie einen Standort rettet, hat niemand geprüft.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 6 identifikation: Mechanistisch · Stufen-Deckel 6 befundband: Kette offen · P 3–3,5

Kein Kontrafaktum: keine Schulnetzrechnung mit und ohne die 750 Kinder. Design: mechanistisch. Störgröße: die Demografie, die Standorte unabhängig von der Maßnahme gefährdet oder hält. Richtung: eindeutig.

Kette benannt (Zugang → Schülerzahl → Mindestgröße → Standort), das mengentragende Glied — Zuwachs hebt Standorte über die Schwelle — ist ungeprüft. Rückleseprobe: rund jeder dritte Fall.

Offen: Eine Schulnetzplanung des Landes, die Standorte an der Mindestgröße ausweist, würde das tragende Glied prüfbar machen; P könnte dann bis 5 steigen.

Argumente — Contra

4 Argumente · Top 3 angezeigt

Für die umgelenkten Kinder wird das Abitur unwahrscheinlicher

18von 100

Rund 750 Kinder im Jahr, die heute ohne Empfehlung ans Gymnasium gehen, kämen nicht mehr hin. Die meisten von ihnen halten sich dort: 2010/11 wechselten aus den Klassen 7 bis 9 zusammen rund 220 Kinder wieder ab, bei rund 1.500 ohne Empfehlung je Jahrgang. Der spätere Weg zur Hochschulreife steht offen, wird aber seltener gegangen — und welche Kinder die Note aussortiert, hängt bei gleicher Leistung auch an der Herkunft. Gemessen sind die Lebensfolgen für heutige Jahrgänge nicht; der Posten ist groß, sein Beleg dünn.

Wert 8 · Zugang zum AbiturImpact 5,5Plausibilität 4
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Wert

Betroffen sind Kinder, deren Eltern heute gegen eine Empfehlung entscheiden würden. Es geht um den Zugang zu dem Bildungsgang, der zum Abitur führt, und damit um Lebenschancen. Dass die Herkunft bei gleicher Leistung den Ausschlag gibt, ist der am besten belegte Befund der deutschen Bildungsforschung [9]. Ob die Maßnahme das mildert oder verschärft, ist offen — dass es um diese Dimension geht, ist es nicht. Gebucht ist der Strom deshalb auf der Stufe der Bildungschancen. Der Wert ist sehr hoch: Es geht um den Zugang zum Weg zum Abitur.

Impact

Ohne die Maßnahme können Eltern eine Empfehlung überstimmen; mit ihr können sie es nicht mehr. Angesetzt sind rund 750 Kinder im Jahr, die dadurch nicht mehr aufs Gymnasium kommen (Spanne: 400 bis 1.100) — die Hälfte der rund 1.500, die zuletzt ohne Empfehlung dorthin wechselten [6]; eine Aufnahmeprüfung, wie sie das Programm als Alternative nennt, bestand in Baden-Württemberg 2025 knapp ein Drittel der Kinder ohne Empfehlung [24]. Dass diese Kinder am Gymnasium scheitern, ist nicht die Regel: 2010/11 wechselten aus den Klassen 7 bis 9 zusammen 222 Kinder an eine andere Schulform, bei rund 1.500 ohne Empfehlung je Jahrgang [6]. Angesetzt ist, dass sieben von zehn am Gymnasium die Hochschulreife erreicht hätten (Spanne: fünf bis acht). Von der Regionalen Schule aus steht der Weg weiter offen — ein Drittel aller Studienberechtigungen wird an beruflichen Schulen erworben [25] —, aber er wird seltener gegangen: Auf einen Aufstieg kommen im Land knapp zwei Abstiege [26]. Angesetzt ist, dass gut ein Drittel der umgelenkten Kinder die Hochschulreife später doch erwirbt (Spanne: ein Fünftel bis die Hälfte). Es bleiben 35 von 100, denen sie fehlt, rund 260 Kinder je Jahrgang (Spanne: 40 bis 600). Was sie wert ist: Wer die Hochschulreife hat, schließt in etwa jedem zweiten Fall ein Studium ab; ein Studienabschluss ist mit drei Zehnteln des durchschnittlichen Lebenseinkommens angesetzt, 450.000 Euro, die Hochschulreife ohne Studium mit einem Zehntel — zusammen rund 300.000 Euro je Kind (Spanne: 150.000 bis 500.000) [22]. Das liegt bewusst unter dem rohen Abstand der Lebensverdienste, der für ein Studium bei 700.000 bis einer Million Euro liegt [27], weil ein Teil davon auf die Auswahl der Personen zurückgeht. Zusammen sind das rund 79 Millionen Euro je Jahrgang, mit dem Bindungsgrad gewichtet rund 28 Millionen im Jahr (Spanne: 2 bis 106 Millionen). Der Impact ist der größte der Bewertung: wenige Kinder, aber für jedes von ihnen geht es um den Abschluss, der über das Erwerbsleben am meisten entscheidet.

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750 Kinder
Kinder im Jahr, die nicht mehr aufs Gymnasium kommen (Spanne 400–1.100)
× 70 % hätten sie am Gymnasium erreicht − 35 % erwerben sie später doch Setzung: 222 Abgänge aus den Klassen 7–9 bei rund 1.500 ohne Empfehlung je Jahrgang; ein Drittel aller Studienberechtigungen entsteht an beruflichen Schulen, auf einen Aufstieg kommen im Land knapp zwei Abstiege
263 Kinder
denen die Hochschulreife dadurch dauerhaft fehlt (Spanne 10–55 %)
× ½ × 450.000 € (Studienabschluss, drei Zehntel des Lebenseinkommens) + ½ × 150.000 € (Hochschulreife ohne Studium, ein Zehntel) Setzung unter dem rohen Abstand der Lebensverdienste (Studium +0,7 bis 1,0 Mio € gegenüber Berufsausbildung), weil ein Teil davon Auswahl ist; keine Zeitabzinsung
78,8 Mio € je Jahrgang
Wert der Hochschulreife über ein Erwerbsleben (Spanne 150.000–500.000 €)
× 35 % Setzung der Wahlprogramm-Reihe
27,6 Mio €
Bindungsgrad des Versprechens (Spanne 2–106)
÷ 5 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
5,52
Normalised Impact
Score 5,52 Impact × 8 Wert × 4 Plausibilität ÷ 10 = 18 von 100

Plausibilität

Behauptet wird von der Partei das Gegenteil: Die Regel diene der Zuordnung nach Leistung [1]. Gegen einen bleibenden Nachteil steht die einzige Untersuchung, die den Langzeiteffekt sauber misst: Dustmann, Puhani und Schönberg (2017) vergleichen Kinder, die allein wegen ihres Geburtsmonats knapp auf der höheren oder der niedrigeren Schulform landeten — ein natürliches Experiment —, und finden bei Abschluss, Lohn und Beschäftigung keinen Unterschied, weil spätere Wechsel die Zuweisung korrigieren [10]. Drei Gründe sprechen dagegen, diesen Befund auf heute zu übertragen. Untersucht sind westdeutsche Geburtsjahrgänge von 1961 bis 1976, und damals galt ein niedrigerer Abschluss am Arbeitsmarkt weit mehr: 1975 lag die Arbeitslosenquote ohne Ausbildung bei 6,1 Prozent gegen 2,6 mit Ausbildung, 2019 bei 17 gegen 3,3 Prozent [28][29]. Die Studie betrachtet Kinder, die der Zufall verteilt hat, nicht Kinder, denen eine Note den Weg versperrt. Und die Korrektur nach oben ist der seltenere Weg [26]. Für einen Nachteil sprechen die Abstände der Lebensverdienste [27] — ein Zusammenhang, kein Wirkungsnachweis: Wer Abitur macht, unterscheidet sich auch sonst, deshalb ist der Wert je Abschluss in der Menge schon gekürzt. Ob die bindende Note die soziale Auswahl verschärft oder mildert, ist offen: Bei gleichen Kompetenzen gehen Kinder aus privilegierten Familien knapp fünfmal so oft aufs Gymnasium [9], die Auswertung von 13 Reformen findet die erwartete Umverteilung aber nicht [8]. Dünn ist der Beleg damit in beide Richtungen: Was aus Kindern wird, denen heute eine Note den Weg aufs Gymnasium versperrt, hat für heutige Jahrgänge niemand bis ins Erwerbsleben verfolgt — gemessen ist weder der Nachteil noch sein Ausbleiben, und die beiden Anteile in der Menge sind gesetzt. Die Richtung ist gestützt, das tragende Glied — der bleibende Nachteil — hat einen sauberen, aber alten Befund gegen sich: In vier von zehn Fällen tritt der Nachteil ein. Die Plausibilität ist mäßig und der Beleg dünn: Die Lebensfolgen sind für heutige Jahrgänge nicht gemessen; der beste ältere Befund spricht dagegen, stammt aber aus einer Zeit, in der ein niedrigerer Abschluss mehr wert war.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5,5 identifikation: Assoziativ · Stufen-Deckel 5,5 befundband: Tragendes Glied bestritten · P 3,5–4

Kontrafaktum für den Nachteil: keines — die Abstände der Lebensverdienste [27] vergleichen Personengruppen. Design der Stütze: assoziativ; der Gegenbefund [10] ist quasi-experimentell (Geburtsmonat als Instrument). Störgröße: Auswahl — wer Abitur macht, unterscheidet sich in Fähigkeit und Herkunft; deshalb ist der Wert je Abschluss in der Menge gekürzt. Richtung: Der Abschluss geht dem Verdienst voraus.

Richtung gestützt durch Lebensverdienste [27], die Landtagszahlen zum Verbleib am Gymnasium [6] und das Verhältnis von Auf- zu Abstiegen [26]; das mengentragende Glied — bleibender Nachteil für Kinder an der Grenze — hat den Befund von Dustmann u. a. [10] gegen sich, der für Jahrgänge 1961–1976 gilt. Gleicher Ergebnisbegriff: Abschluss und Verdienst. Rückleseprobe: vier von zehn Fällen. Oberes Bandende, weil die Arbeitsmarktlage niedriger Abschlüsse sich seither belegt verschlechtert hat [28][29].

Offen: Verlaufsdaten des Landes — wie viele Kinder der Regionalen Schule später eine Hochschulreife erwerben, und wie viele Kinder ohne Empfehlung am Gymnasium das Abitur erreichen — würden beide gesetzten Anteile ersetzen; mit ihnen könnte P auf 5 bis 5,5 steigen oder das Argument schrumpfen.

Notenangst und weniger Lernfreude im ganzen Jahrgang

3,6von 100

Dieselbe Studie, die den Leistungsgewinn misst, findet unter verbindlichen Empfehlungen mehr Notenangst und weniger Lernfreude — und anders als der Gewinn ist dieser Preis auch im Jahr nach dem Übergang noch gemessen. Wer die eine Zahl nimmt, muss die andere mitnehmen.

Wert 7 · WohlbefindenImpact 0,9Plausibilität 5,5
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Wert

Betroffen sind alle Kinder eines Jahrgangs in den Klassen 5 und 6. Zwei Jahre unter dem Eindruck, dass drei Noten über den weiteren Weg entscheiden, sind für Zehn- und Elfjährige eine reale Last. Lernfreude ist dabei nicht nur Wohlbefinden: Sie trägt das Lernen über die Schulzeit hinaus. Zugleich ist der Effekt, soweit gemessen, auf die Schuljahre um den Übergang begrenzt und kein lebenslanger Schaden. Gebucht ist der Strom auf der Stufe der breiten Teilhabe und nicht auf der der Bildungschancen. Der Wert ist hoch: das Wohlbefinden eines ganzen Jahrgangs über zwei Jahre.

Impact

Ohne die Maßnahme hat eine Note in Klasse 6 Gewicht, aber keine Sperrwirkung. Mit ihr entscheidet sie über den Bildungsweg. Dieselbe Untersuchung, die den Leistungsgewinn belegt, misst auch den Preis: Unter verbindlichen Empfehlungen zeigten Kinder »deutlich erhöhte Noten- und Zukunftsangst sowie eine reduzierte Lernfreude« [7]. Anders als der Leistungsgewinn ist dieser Preis auch nach dem Übergang gemessen: Das Wohlbefinden lag in der vierten Klasse um 0,14 und in der fünften noch um 0,12 Standardabweichungen niedriger, und die Lernfreude sank im Jahr nach dem Übergang weiter, obwohl der Anreiz dann entfallen war [19]. Betroffen ist derselbe Jahrgang von 14.793 Kindern [5], über die beiden Schuljahre vor der Entscheidung und das Jahr danach — in jedem Jahr stehen also drei Jahrgänge unter der Wirkung. Die Belastung ist so bewertet, als kostete sie jedes Kind rund 44 Stunden im Jahr ohne Gegenwert (Spanne: 15 bis 150 Stunden) — eine Setzung, die keine Quelle trägt. Das sind knapp zwei Millionen Stunden im Jahr, mit dem Bindungsgrad gewichtet gut 0,7 Millionen — auf der Karte 0,9, halb so viel wie der Lernanreiz, dessen Kehrseite sie ist. Der Impact ist klein bis mittel: der Preis desselben Anreizes, der den Nutzen erzeugt — nur ist er länger gemessen als der Nutzen.

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14.793 Kinder
Kinder eines Jahrgangs
[5]
× 3 zwei Schuljahre vor der Entscheidung und das Jahr danach — gemessen ist die Belastung in Klasse 4 und noch in Klasse 5
44.379 Kinderjahre
Jahrgänge, die in einem Jahr unter der Wirkung stehen (Spanne 2–3)
× 300 € — wie 44 Stunden ohne Gegenwert Setzung ohne Quelle, Spanne 100–1.000 €: mehr Noten- und Zukunftsangst, weniger Lernfreude
13,3 Mio €
Belastung je Kind und Jahr
[7]
× 35 % Setzung der Wahlprogramm-Reihe
4,7 Mio €
Bindungsgrad des Versprechens (Spanne 1,0–16)
÷ 5 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
0,94
Normalised Impact
Score 0,94 Impact × 7 Wert × 5,5 Plausibilität ÷ 10 = 3,6 von 100

Plausibilität

Behauptet wird von der Partei nichts hierzu. Der Befund stammt aus derselben Untersuchung wie der Nutzen [7][19]: Verglichen werden Kinder in Ländern mit und ohne bindende Empfehlung im Nationalen Bildungspanel, mit einer Vergleichsgruppe, aber ohne Regeländerung — kontrolliert. Dass in der dritten Klasse, wenn die Schulwahl noch fern ist, kein Unterschied besteht, spricht gegen die naheliegende Störgröße, dass sich die Länder ohnehin unterscheiden; und weil die Regel dem Befinden der Kinder vorausgeht, scheidet die umgekehrte Richtung aus. Der Unterschied im Jahr nach dem Übergang könnte auch an der besuchten Schulform liegen; die Autoren rechnen sie heraus, und das Ergebnis bleibt. Zwei Gründe drücken den Wert wie beim Nutzen: gemessen wurden Zehnjährige, hier ginge es um Zwölfjährige, und eine Schwelle besteht schon. Dünn ist hier nicht der Befund, sondern sein Gewicht: Was weniger Wohlbefinden und Lernfreude einem Kind wert sind, steht in keiner Quelle, und ob die Belastung über das Jahr nach dem Übergang hinaus anhält, ist nicht gemessen — beides steht in der Spanne, nicht hier. In gut jedem zweiten Fall tritt die Belastung ein. Die Plausibilität ist mittel: derselbe Befund, dieselbe Studie, derselbe Abschlag.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5,5 identifikation: Kontrolliert · Stufen-Deckel 7

Kontrafaktum: Kinder in Ländern ohne bindende Empfehlung. Design: kontrolliert — Ländervergleich im NEPS mit Placebo in Klasse 3 [19]. Störgröße: Länderunterschiede, dagegen der fehlende Unterschied in Klasse 3; für Klasse 5 die besuchte Schulform, von den Autoren herausgerechnet. Richtung: die Regel geht dem Befinden voraus.

Ein zweiter Filter, und zwar in einem härteren Alter

3,1von 100

Soll auch das Verweilen am Gymnasium von der Leistung abhängen, entsteht ein zweiter Filter in Klasse 10. Ein Schuljahr geht dabei nicht verloren, und wer geht, geht mit einer geprüften Mittleren Reife. Verloren geht für einen Teil der Betroffenen der direkte Weg zum Abitur — mit sechzehn, wenn ein Wechsel härter trifft als mit zwölf.

Wert 8 · Zugang zum AbiturImpact 1,1Plausibilität 3,5
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Wert

Betroffen sind Jugendliche, die heute nach Klasse 10 in die Oberstufe übergehen und künftig an der Prüfung scheitern. Es geht um den Zugang zu dem Bildungsgang, der zum Abitur führt, und damit um Lebenschancen — dieselbe Dimension wie beim Zugang nach Klasse 6, nur vier Jahre später. Der Bruch selbst kommt hinzu: Mit sechzehn ist der Freundeskreis gewachsen, und der Wechsel gilt als Abstieg. Gebucht ist der Strom auf der Stufe der Bildungschancen. Der Wert ist sehr hoch: Es geht um den Abschluss, der über den weiteren Lebensweg am meisten entscheidet.

Impact

Ohne die Maßnahme ist die Auswahl nach dem Probejahr in Klasse 7 im Wesentlichen beendet [4]. Mit ihr soll auch das »Verweilen am Gymnasium« von der Leistung abhängen [1], und die Prüfung in Klasse 10 wird zu einem zweiten Filter. Angesetzt sind rund 150 Jugendliche je Jahrgang, die dadurch das Gymnasium verlassen (Spanne: 50 bis 300); zum Vergleich wechselten 2010/11 aus Klasse 9 141 Kinder an eine andere Schulform [6]. Ein Schuljahr verlieren sie nicht, und sie gehen mit einer geprüften Mittleren Reife. Was ihnen fehlt, ist der direkte Weg: Angesetzt ist wie beim Zugang nach Klasse 6, dass 35 von 100 die Hochschulreife dadurch dauerhaft nicht erwerben (Spanne: 10 bis 55) — der Weg über berufliche Schulen steht mit einer Mittleren Reife offen, ein Drittel aller Studienberechtigungen entsteht dort [25], aber nicht jeder geht ihn. Die Hochschulreife ist mit rund 300.000 Euro je Person über das Erwerbsleben angesetzt (Spanne: 150.000 bis 500.000), bewusst unter dem rohen Abstand der Lebensverdienste [22][27]. Dazu kommt der Bruch selbst, bewertet wie ein Zwanzigstel eines gesunden Lebensjahres. Zusammen sind das rund 16 Millionen Euro je Jahrgang, mit dem Bindungsgrad von 35 Prozent gewichtet rund 5,6 Millionen im Jahr (Spanne: 0,3 bis 29 Millionen). Der Impact ist klein bis mittel: wenige Jugendliche, aber es geht um denselben Abschluss wie beim Zugang nach Klasse 6.

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Jugendliche je Jahrgang, die am zweiten Filter das Gymnasium verlassen (Spanne 50–300) keine Landesstatistik; 2010/11 wechselten 141 Kinder aus Klasse 9 ab [6] Setzung 150 Jugendliche
× verlorene Hochschulreife dieselben Setzungen wie beim Zugang nach Klasse 6 (Spannen 10–55 % und 150.000–500.000 €) [25][22][27] 35 % × 300.000 € 15,75 Mio €
+ der Bruch selbst Setzung: wie ein Zwanzigstel eines Lebensjahres; ein Schuljahr geht nicht verloren 150 × 2.000 € 0,3 Mio €
= Verlust je Jahrgang 16,05 Mio €
× Bindungsgrad des Versprechens (Spanne 0,3–29) Setzung der Wahlprogramm-Reihe 35 % 5,6 Mio €
÷ Normalised Impact Maßstab dieser Seite 5 Mio € je Punkt 1,12
Score 1,12 Impact × 8 Wert × 3,5 Plausibilität ÷ 10 = 3,1 von 100

Plausibilität

Behauptet wird das Ziel, nicht die Nebenwirkung: Leistungsstandards sollten gesichert werden, »um eine Entwertung des Abiturs zu verhindern« [1]. Dass ein zweiter Filter mehr Abgänge erzeugt, folgt aus der Sache; die Zahl ist gesetzt, denn das Land veröffentlicht keine Statistik zu Schulartwechseln [6] — dieser Zweifel steht in der Spanne. Ob den Betroffenen daraus ein bleibender Nachteil entsteht, ist dieselbe Frage wie beim Zugang nach Klasse 6: Die einzige Studie, die den Langzeiteffekt sauber misst, findet für Kinder an der Grenze keinen — ein natürliches Experiment über den Geburtsmonat, allerdings an westdeutschen Jahrgängen von 1961 bis 1976, als niedrigere Abschlüsse am Arbeitsmarkt mehr galten [10][28][29]. Die Stütze, der Abstand der Lebensverdienste [27], ist ein Zusammenhang ohne Kontrafaktum; die Auswahl der Personen ist die naheliegende Störgröße und in der Menge gekürzt, die Richtung ist eindeutig, weil der Abschluss dem Verdienst vorausgeht. Anders als mit zwölf haben die Betroffenen hier schon einen Abschluss in der Hand, der den späteren Weg erleichtert. Gemessen sind die Lebensfolgen eines solchen Abgangs mit sechzehn nirgends; der Beleg ist dünn, und die Zahl der Betroffenen ist gesetzt. In gut jedem dritten Fall tritt der Nachteil ein. Die Plausibilität ist mäßig: Die Richtung ist gestützt, das tragende Glied hat einen Befund gegen sich, und die Zahl ist nicht erhoben.

evidence_basis: Studie · P-ceiling 5,5 identifikation: Assoziativ · Stufen-Deckel 5,5 befundband: Tragendes Glied bestritten · P 3,5–4

Kontrafaktum: keines — Lebensverdienste nach Abschluss [27] vergleichen Personengruppen. Design: assoziativ; Gegenbefund [10] quasi-experimentell. Störgröße: Auswahl der Personen, in der Menge gekürzt. Richtung: Abschluss vor Verdienst.

Richtung gestützt, das mengentragende Glied — bleibender Nachteil — hat den Befund von Dustmann u. a. gegen sich (Jahrgänge 1961–1976). Unteres Bandende, weil die Betroffenen mit einer geprüften Mittleren Reife gehen. Rückleseprobe: gut jeder dritte Fall.

Prüfungen für 5.600 Zehntklässler kosten Unterrichtszeit

0,6von 100

Rund 5.600 Zehntklässler legten eine Mittlere-Reife-Prüfung ab, die heute freiwillig ist. Das kostet Aufgabenentwicklung, Korrektur und Unterrichtszeit. Die Regionalen Schulen führen dieselbe Prüfung allerdings schon durch.

Wert 5 · LehrerarbeitszeitImpact 0,2Plausibilität 6
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Wert

Gebunden werden Landesmittel in Form von Lehrerarbeitszeit, der knappsten Ressource des Schulsystems. Neun von 478 öffentlichen Schulen können die Kontingentstundentafel schon heute nicht erfüllen [13]. Prüfungszeit ist zugleich keine verlorene Zeit, weil sie eine Leistung feststellt, die sonst ungeprüft bliebe. Es handelt sich um eine laufende Ausgabe ohne bleibende Substanz. Für die Bewertung öffentlicher Mittel zählt der Betrag zum Nennwert. Der Wert ist mittel: öffentliche Mittel, laufend und in Lehrerzeit gebunden.

Impact

Ohne die Maßnahme legen nur diejenigen eine Mittlere-Reife-Prüfung ab, die das Gymnasium verlassen wollen [18]. Mit ihr legten sie alle rund 5.600 Zehntklässlerinnen und Zehntklässler ab [5]. Eine landesweite Prüfung in mehreren Fächern kostet Aufgabenentwicklung, Durchführung, Korrektur und Unterrichtszeit. Angesetzt sind rund 500 Euro je Prüfling an Lehrerarbeitszeit und entgangenem Unterricht: rund 2,8 Millionen Euro im Jahr, mit dem Bindungsgrad gewichtet rund 1,0 Millionen. Das Programm nennt weder ein Verfahren noch einen Betrag [1]. Anders als in der CDU-Bewertung entfällt hier der Aufwand für einen Potenzialtest, weil das Programm die bindende Empfehlung als Regelweg nennt. Der Impact ist sehr klein: der kleinste Posten dieser Bewertung.

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5.600 Prüflinge
Zehntklässlerinnen und Zehntklässler am Gymnasium
[5]
× 500 € Setzung, Spanne 200–1.000 €
2,8 Mio €
Lehrerarbeitszeit und entgangener Unterricht je Prüfling
× 35 % Setzung der Wahlprogramm-Reihe
1 Mio €
Bindungsgrad des Versprechens (Spanne 0,4–2,0)
÷ 5 Mio € je Punkt Maßstab dieser Seite
0,2
Normalised Impact
Score 0,2 Impact × 5 Wert × 6 Plausibilität ÷ 10 = 0,6 von 100

Plausibilität

Behauptet wird nur, dass die Prüfungen durchzuführen sind [1]; über Verfahren und Kosten sagt das Programm nichts. Dass eine landesweite Prüfung für 5.600 Jugendliche Geld und Unterrichtszeit kostet, folgt aus der Sache. Unsicher ist die Größe, weil weder Fächerzahl noch Format feststehen. Ein Anhaltspunkt besteht: Die Regionalen Schulen führen dieselbe Prüfung bereits durch, sodass Aufgaben und Verfahren vorhanden sind. Das senkt den Aufwand gegenüber einer Neuentwicklung erheblich. Belastbar ist deshalb eher die Untergrenze als der Ansatz. Die Plausibilität ist hoch: Dass geprüft werden muss, kostet Zeit und Geld.

evidence_basis: Mechanismus · P-ceiling 9,5 identifikation: Definitorisch · kein Stufen-Deckel

Kostenposten, der anfällt, sobald alle Zehntklässler geprüft werden; die Höhe je Prüfling ist gesetzt und steht in der Spanne.

Summary

Das BSW will dasselbe wie die CDU — die Empfehlung fürs Gymnasium soll bindend werden —, dazu eine Mittlere-Reife-Prüfung für alle Zehntklässler am Gymnasium und Leistung als Bedingung für das Verweilen [1][15][18]. Für den Vorschlag spricht ein gut gemessener Befund: Als zwei Länder 2012 die Verbindlichkeit abschafften, sanken die Leistungen der Viertklässler im ganzen Jahrgang, am stärksten bei den Schwächeren [7][19]. Gemessen ist dieser Vorsprung aber nur, solange der Anreiz wirkt, und die Autoren bezweifeln selbst, dass er hält — gezählt ist ein Fünftel; der Preis, mehr Notenangst und weniger Lernfreude, ist dagegen noch im Jahr nach dem Übergang gemessen [19]. Den Ausschlag geben die rund 750 Kinder im Jahr, die nicht mehr aufs Gymnasium kämen, und die Jugendlichen, die ein zweiter Filter in Klasse 10 trifft: Für einen Teil von ihnen wird die Hochschulreife unwahrscheinlicher [6][25][26]. Die einzige Studie, die den Langzeiteffekt sauber misst, findet für Kinder an der Grenze keinen Nachteil — an westdeutschen Jahrgängen von 1961 bis 1976, als ein niedrigerer Abschluss am Arbeitsmarkt weit mehr galt als heute [10][28][29]. Eigenständig bleibt die geprüfte Mittlere Reife, die den Abschluss vergleichbar machte; ihr Nutzen ist klein. Beide großen Posten stehen auf Lebensfolgen, die für heutige Jahrgänge niemand gemessen hat — die Bilanz fällt gegen den Vorschlag aus, ist aber eine Abwägung unter dünnem Beleg; sie hängt daran, ob ein Kind, das nicht aufs Gymnasium darf oder es mit sechzehn verlassen muss, die Hochschulreife später noch erwirbt.

Ausblick — Wirkung über die Zeit

Schlechter für die Zukunft · 0,27 alter Maßstab
heute Δ −15,7 F1 — mit Bindende Empfehlung F0 — Baseline ohne Maßnahme +3 Jahre +5 Jahre Normalised Impact → F0 konstant als Referenz · F1 über/unter F0 = positive/negative Nettowirkung · Δ = Nettoscore Band = Erwartungsbereich — reicht es unter F0, ist auch eine negative Wirkung plausibel Kurvenform und Höhe illustrativ · y-Achse bewusst ohne Skala

Quellen

  1. BSW Mecklenburg-Vorpommern: Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026, einstimmig angenommen auf dem III. Landesparteitag am 14.03.2026, 94 Seiten. Wörtlich (S. 49): »Zugang zum und Verweilen am Gymnasium (bindende Laufbahnempfehlung für Kl.7 oder Aufnahmeprüfung) sollte primär von der Schülerleistung abhängen.« Ferner (S. 49): »Das Gymnasium wollen wir als eigenständige Schulform erhalten, bei Sicherung entsprechender Leistungsstandards, um eine Entwertung des Abiturs zu verhindern«; (S. 48): »Auch in der 10. Klasse am Gymnasium sind Prüfungen zur Erreichung der Mittleren Reife durchzuführen«; »Sicherung und Stärkung der Attraktivität regionaler Schulen, um wohnortnahe Bildungsangebote dauerhaft zu erhalten«; »Kleinere Klassen mit maximal 24 Schülerinnen und Schülern«; »Dauerhafter Erhalt und Weiterentwicklung von Förderschulen als gleichwertige Wahlmöglichkeit«; (S. 46) »Wir setzen uns für ein verpflichtendes Vorschuljahr für alle Kinder ein.« Weder Betrag noch Finanzierungsquelle werden genannt. TECHNISCHER VORBEHALT: In der Textebene des PDF fehlen Ligaturen; die Zitate sind inhaltlich exakt, aber aus den eindeutigen Ersatzzeichen rekonstruiert. schwerin.news
  2. § 15 Abs. 3 Schulgesetz Mecklenburg-Vorpommern: »Am Ende des ersten Halbjahres der Jahrgangsstufe 6 wird eine auf der Grundlage verbindlicher Standards schriftlich formulierte Schullaufbahnempfehlung erteilt. […] Die Empfehlung für den Übergang in die Jahrgangsstufe 7 des gymnasialen Bildungsganges erfolgt, sofern der Durchschnitt der Halbjahresnoten der Schülerin oder des Schülers in den Fächern Deutsch, Mathematik und in der ersten Fremdsprache 2,5 oder besser ist. Auf der Grundlage der Schullaufbahnempfehlung sowie nach entsprechender Beratung der Erziehungsberechtigten erfolgt die Wahl der weiterführenden Bildungsgänge.« Eine Zugangsvoraussetzung im Rechtssinne besteht nicht. stgt-mv.de
  3. Siebtes Gesetz zur Änderung des Schulgesetzes M-V, Drucksache 8/4261 vom 30.10.2024, in Kraft zum 01.08.2025: Ergänzt § 15 Abs. 3 um »und in diesen Fächern mindestens ausreichende Leistungen erreicht wurden« sowie um eine Einzelfallklausel. Die Empfehlungsschwelle wurde damit ein Jahr vor der Wahl bereits verschärft; eine Auswertung liegt nicht vor. dokumentation.landtag-mv.de
  4. Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung M-V, Seite zur schulartunabhängigen Orientierungsstufe: »Bei der Schullaufbahn ist weiterhin der Elternwille entscheidend.« Eine Gymnasialempfehlung wird erteilt, wenn der Durchschnitt in Deutsch, Mathematik und Englisch bei 2,5 oder besser liegt. »Sollten sich Eltern trotz einer fehlenden Empfehlung für die Schullaufbahn des Gymnasiums für ihr Kind entscheiden, gilt die 7. Jahrgangsstufe als Probejahr. Wenn am Ende der Jahrgangsstufe 7 keine Versetzung erfolgt, verlässt die Schülerin bzw. der Schüler das Gymnasium.«. bildung-mv.de
  5. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern (LAiV): Statistischer Bericht B1131 2024 00, Allgemeinbildende Schulen, Schuljahr 2024/25, veröffentlicht 02.08.2025. Jahrgangsstufe 7 insgesamt 14.793, davon Gymnasium 6.093 (41,2 Prozent), Regionale Schule 6.689. Gesamtschülerzahl Gymnasium 33.780, im Schnitt rund 5.600 je Jahrgang. Wiederholerinnen und Wiederholer am Gymnasium in Jahrgangsstufe 7: 62. Landesweit 82 Regionale Schulen und 53 Gymnasien. laiv-mv.de
  6. Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Drucksache 6/788 vom 27.06.2012: »Im Schuljahr 2010/2011 waren es 1.520 Schülerinnen und Schüler« der Jahrgangsstufe 7 an Gymnasien ohne Schullaufbahnempfehlung für das Gymnasium. Wechsel vom Gymnasium an Regionale Schulen oder Gesamtschulen 2010/11: aus Jahrgangsstufe 7 30, aus 8 51, aus 9 141. QUELLENVORBEHALT: vierzehn Jahre alt und aus der Zeit vor der heutigen Schwelle. dokumentation.landtag-mv.de
  7. Bach, Maximilian und Mira Fischer, ZEW policy brief Nr. 01, März 2021: Untersucht die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung 2012 in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Die Abschaffung senkte die Grundschulleistungen deutlich — Mathematik 10 bis 14 Prozent einer Standardabweichung, Lesen 6 bis 8, Orthographie 20. Kehrseite: Unter verbindlichen Empfehlungen zeigten Viertklässler »deutlich erhöhte Noten- und Zukunftsangst sowie eine reduzierte Lernfreude«. zew.de
  8. Jähnen, Stefanie und Marcel Helbig (2015), Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 67, 539–571: Auswertung von 13 schulrechtlichen Reformen 1949/50 bis 2009/10. Die Ergebnisse zu sozialen Ungleichheiten beim Gymnasialzugang sind »größtenteils unerwartet«: In Ländern ohne verbindliche Grundschulempfehlung wechselten nicht mehr Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern aufs Gymnasium. Insgesamt gehen mehr Kinder aufs Gymnasium, wenn die Verbindlichkeit abgeschafft wurde. link.springer.com
  9. Helbig, Marcel und Cornelia Gresch, WZBrief Bildung 26, 2013: Referiert Dollmann (2011) zur nordrhein-westfälischen Reform: Nach Einführung der Verbindlichkeit gingen die sozialen Effekte beim Wechsel aufs Gymnasium trotz schwacher Leistungen deutlich zurück. Ferner: Bei gleichen Kompetenzen ist die Wahrscheinlichkeit einer gymnasialen Laufbahn für Kinder aus privilegierten Familien »knapp fünfmal höher« als für Arbeiterkinder. bibliothek.wzb.eu
  10. Dustmann, Christian, Patrick A. Puhani und Uta Schönberg (2017), The Economic Journal 127(603), 1348–1380: Westdeutsche Geburtsjahrgänge 1961 bis 1976, Sozialversicherungsdaten. Verglichen werden Kinder, die allein wegen ihres Geburtsmonats knapp auf der höheren oder der niedrigeren Schulform landeten. Für sie hat der Besuch der höheren Schulform keine nachweisbaren langfristigen Vorteile bei Bildungsabschluss, Lohn und Beschäftigung. Erklärung der Autoren: Spätere Wechsel — vor allem nach Klasse 10 — korrigieren die Zuweisung weitgehend. iza.org
  11. CORRECTIV, Recherche vom 20.05.2026: Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Abschluss, Schuljahr 2024/25 — Mecklenburg-Vorpommern 10,4 Prozent; niedrigste Werte Hessen 6,3 und Bayern 6,6 Prozent. correctiv.org
  12. INSM-Bildungsmonitor 2025, veröffentlicht 09.09.2025: Mecklenburg-Vorpommern auf Gesamtrang 9 von 16. Schwächste Kategorie ist die Zeiteffizienz mit Platz 15 von 16, unter anderem wegen einer Ausbildungsvertragslösungsquote von 34,1 Prozent und erhöhter Wiederholerquoten. insm.de
  13. Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung M-V, Pressemitteilung vom 09.09.2025: 11.600 Lehrkräfte im Schuljahr 2025/26; 675 Neueinstellungen, davon 244 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger. 478 allgemeinbildende Schulen in öffentlicher Trägerschaft; neun davon können die Kontingentstundentafel derzeit nicht erfüllen. regierung-mv.de
  14. Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung M-V: Schuljahresbeginn 2025/2026, Mitteilung vom 03.09.2025 — 164.900 Schülerinnen und Schüler an 562 allgemeinbildenden Schulen und 36.700 an 60 beruflichen Schulen. bildung-mv.de
  15. CDU Mecklenburg-Vorpommern: Wahlprogramm 2026, S. 48: »Die Zugangsvoraussetzungen zum Gymnasium werden verschärft: In den Fächern Deutsch, Mathe und in der ersten Fremdsprache müssen für den Zugang zum Gymnasium mindestens befriedigende Leistungen erreicht worden sein. Andernfalls besteht die Möglichkeit, über einen Potenzialtest die Zugangsvoraussetzungen zum Gymnasium zu erfüllen.« Dieselbe Maßnahme mit verbindlicherer Formulierung und mehrdeutigem Notenkriterium; bewertet als mv-gymnasialzugang-cdu. cdu-mv.de
  16. AfD Mecklenburg-Vorpommern: Regierungsprogramm 2026, S. 27: »Zugleich wird das Gymnasium zunehmend zur Masseninstitution, was den Anspruch auf eine hohe wissenschaftsvorbereitende Bildung untergräbt. Wir werden dafür sorgen, dass das Abitur wieder verlässlicher Ausweis realer Studierfähigkeit ist.« Dieselbe Sorge um die Aussagekraft der Abschlüsse wie im BSW-Programm. afd-mv.de
  17. Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Drucksache 8/4904 vom 28.05.2025: Schülerprognosen — allgemeinbildende Schulen 164.680 im Schuljahr 2025/26 und 137.600 im Schuljahr 2034/35, ein Rückgang um 16,4 Prozent. dokumentation.landtag-mv.de
  18. Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung M-V, Seite zum Gymnasium: Zur Mittleren Reife am Gymnasium: »Schülerinnen und Schüler, die den gymnasialen Bildungsgang vor dem Abitur verlassen wollen, können an einer Mittleren-Reife-Prüfung teilnehmen.« Die Prüfung ist damit freiwillig und nur für diejenigen vorgesehen, die das Gymnasium verlassen; wer bleibt, erwirbt den Abschluss ohne Prüfung. bildung-mv.de
  19. Bach, Maximilian und Mira Fischer (2020), »Understanding the Response to High-Stakes Incentives in Primary Education«, ZEW Discussion Paper 20-066 / IZA DP 13845: Volltext zu [7]. Drei Designs (Differenz-von-Differenzen um die Abschaffung 2012, Lernzuwachs Klasse 2 bis 4 im NEPS, Kombination mit VERA 3). Die Leistungsgewinne finden sich über die ganze Leistungsverteilung, am stärksten im untersten Viertel; das Lesen der Jungen bleibt unberührt. Gemessen wird nur in Klasse 4 (»immediate achievement effects«). Wohlbefinden in Klasse 4 um 0,14 und in Klasse 5 noch um 0,12 Standardabweichungen niedriger; die Lernfreude 0,13 niedriger und in Klasse 5 weiter sinkend. Die Autoren: »This is not to say that our results imply that tracking has positive net effects.«. iza.org
  20. Jacob, Brian A., Lars Lefgren und David P. Sims (2010), »The Persistence of Teacher-Induced Learning«, Journal of Human Resources 45(4), 915–943: Von außen angestoßene Testgewinne verblassen rasch: drei Viertel oder mehr sind binnen eines Jahres verschwunden (Verwaltungsdaten North Carolina). jhr.uwpress.org
  21. Hanushek, Schwerdt, Wiederhold und Wößmann (2015), »Returns to Skills around the World: Evidence from PIAAC«, European Economic Review 73: Eine Standardabweichung mehr Kompetenz bringt in Deutschland 23,5 Prozent mehr Verdienst (gepoolt über 23 Länder 17,8 Prozent). hanushek.stanford.edu
  22. Bönke, Glaubitz, Göbler, Harnack, Pape und Wetter (2020), »Wer gewinnt? Wer verliert?«, Bertelsmann Stiftung / DIW Berlin: Gemessene Lebenserwerbseinkommen vom 20. bis 60. Lebensjahr, mit Teilzeit und Erwerbspausen; im Durchschnitt aller, auf heutige Löhne fortgeschrieben, rund 1,5 Millionen Euro. bertelsmann-stiftung.de
  23. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 082 vom 24. März 2026: Ausgaben je Schülerin und Schüler 2024: Gymnasien 11.700 Euro, Integrierte Gesamtschulen 12.500 Euro, Grundschulen 9.000 Euro. destatis.de
  24. News4teachers, 2025: Baden-Württemberg, Potenzialtest für Kinder ohne Gymnasialempfehlung: 639 von 2.075 bestanden, knapp ein Drittel. news4teachers.de
  25. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 063 vom Februar 2026: Studienberechtigte 2025: zwei Drittel erwarben die Hochschul- oder Fachhochschulreife an einer allgemeinbildenden, ein Drittel (33 Prozent) an einer beruflichen Schule. destatis.de
  26. Bellenberg, Gabriele (2012), »Schulformwechsel in Deutschland«, Bertelsmann Stiftung: Bundesweit deutlich mehr Abstiege als Aufstiege zwischen den Schulformen; Niedersachsen 10 zu 1, Mecklenburg-Vorpommern knapp 2 zu 1. bertelsmann-stiftung.de
  27. Schmillen, Achim und Heiko Stüber, IAB-Kurzbericht 1/2014: Brutto-Lebensverdienste nach höchstem Abschluss (Daten 2008 bis 2010): ohne Berufsausbildung 1,08 Mio. Euro, Berufsausbildung 1,33 Mio., Abitur 1,56 Mio., Fachhochschule 2,00 Mio., Hochschule 2,32 Mio. — Abstände zwischen Personengruppen, kein Wirkungsnachweis. doku.iab.de
  28. Weber, Brigitte und Enzo Weber, IAB-Kurzbericht 4/2013: Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1975 bis 2011. Westdeutschland 1975: ohne Ausbildung 6,1 Prozent, mit abgeschlossener Ausbildung 2,6 Prozent. Deutschland 2011: ohne Berufsabschluss 19,6 Prozent, Lehre/Fachschule 5,1 Prozent, Hochschule 2,4 Prozent. doku.iab.de
  29. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 2019: ohne Berufsabschluss 17 Prozent, mit beruflicher Ausbildung 3,3 Prozent, mit Hochschulabschluss 2 Prozent. iab.de
Zuletzt geprüft von Claude Fable 5.1 · 21. September 2026 · 3× KI, noch nicht menschlich geprüft
  1. 21. September 2026KI-PrüfungClaude Fable 5.1neu bewertet

    Neubewertung wie mv-gymnasialzugang-cdu (Julian 21.09.): pro-1 mit Fortdauer 0,2 und Anker kompetenz-sd, con-1 drei Belastungsjahre, con-2 als Kette (750 Kinder × 35 % × 300.000 €, P 4), con-4 zweiter Filter ohne verlorenes Schuljahr, dafür verlorene Hochschulreife (150 × 35 % × 300.000 €, V 7 → 8, P 3,5), pro-2 und pro-3 neu hergeleitet; pro-4 unverändert übernommen (gesetzter Betrag ohne Rechenweg). k 1000 → 200. r 0,68 → 0,27: besser → schlechter.

  2. 24. August 2026KI-PrüfungClaude Fable 5Record aktualisiert

    Prüfung gegen das Skill-Regelwerk (Prüfraster A1–H2): 1 Korrektur(en) angewendet (G1); r unverändert. 3 Punkt(e) offen für das menschliche Review.

  3. 23. August 2026KI-PrüfungClaude (Anthropic)Erstbewertung

    Import aus dem Wahl-Workspace (archiv/wahlen-2026-source-2026-08/evaluations/mv-laufbahnempfehlung-bsw.json); Bewertung unverändert übernommen, Review-Status in der Quelle: draft.

Bewertungen entstehen KI-gestützt und werden turnusmäßig auf neue Entwicklungen geprüft; menschliche Durchgänge sind eigens ausgewiesen.Wie wir prüfen →

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